Projekt Sternenpfad 

Im Harz von Stern zu Stern wandern

Planeten in kurzem Abstand: Die Erde steht auf der Goetheallee. Der Planetenweg in Göttingen bietet auf etwa vier Kilometern und einer Stunde Gehzeit die Reise durch unser Sonnensystem von Erde zu Pluto. Foto: Kopietz

St. Andreasberg/Göttingen. Im Harz soll der erste Sternenpfad entstehen, den der Verein Sternwarte St. Andreasberg plant. Einen Planetenweg gibt es seit 2003 in Göttingen

St. Andreasberg/Göttingen. Im Harz soll der bundesweit erste „Sternenpfad“ entstehen. Diesen plant der Verein Sternwarte Sankt Andreasberg. Einen Planetenweg gibt es in Göttingen – seit 2003.

Ein „Sternenpfad“ komme dem Informationsbedürfnis vieler Harzbesucher entgegen, hieß es. Er verbinde Natur, Wissenschaft, Bewegung und sportliche Leistung. Die Mitglieder wollen entlang der geplanten Route Tafeln aufstellen und darauf über Sterne und Sternbilder informieren.

In einer ersten Phase bis 2018 plant der Verein „gut erreichbare Installationen an fünf bis sechs Orten“ im Oberharz. Infrage kämen St. Andreasberg, Braunlage, Hohegeiß und Sieber.

Die Informationen auf den Tafeln sollen per Internet ergänzt werden. Deshalb spielt bei der Standortauswahl ein guter Mobilnetz-Empfang eine Rolle. Auch Barrierefreiheit sei ein Kriterium. Später soll der Sternenpfad Zug um Zug erweitert werden.

„Auf dem Sternenpfad erfahren die Betrachter viel Wissenswertes, beispielsweise über die Physik der einzelnen Sterne“, erklärte der Verein. Zudem lernten sie, warum Sterne unterschiedliche Farben hätten oder warum ein Stern stärker leuchte als ein anderer, obwohl er wesentlich weiter entfernt liege. Vermittelt werde auch, in welchem Sternbild sich ein ausgewählter Stern befinde und wann er am besten zu sehen sei.

Der Verein betreibt bereits seit 2014 im Bergstädtchen St. Andreasberg die am höchsten gelegene Sternwarte Norddeutschlands. Der Standort mitten im Nationalpark Harz zählt nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz zu den sechs dunkelsten Regionen in Deutschland. Häufig sind von dort aus die Milchstraße und sogar die Andromeda-Galaxie mit bloßem Auge deutlich zu sehen.

Göttinger Planetenweg

In der Uni-Stadt gibt es seit 2003 auf Initiative des Fördervereins Planetarium Göttingen etwas Ähnliches wie den geplanten Sternenwerg – den Planetenweg. Beginnend vor Gebhards Hotel in der Goetheallee, die das Innere unseres Sonnensystems bildet, führt der Planetenweg mit seinen Stelen bis hinauf zum Hainberg und zur Sternwarte – sowie einem „außerirdischen“ Standort in Diemarden (Gemeinde Gleichen) mit dem Planeten Sedna.

Die Stelen mit den einzelnen Planeten – inklusive des zum Zwergplaneten degradierten Pluto am Endpunkt – sind exakt im Abstand und Maßstab von eins zu zwei Milliarden aufgestellt.

Die Erde schrumpft so auf eine Kugel von 6,5 Millimeter Durchmesser, während die exakt 75 Meter entfernt stehende Sonne immerhin 70 Zentimeter misst. Die gesamte Distanz des Planetenweges beträgt gut vier Kilometer. Während das Licht von Sonne bis zum Pluto etwa acht Stunden benötigt, brauchen Fußgänger eine gute Stunde bis zur Stele mit Pluto. Fußgänger sind also schneller als das Licht im Weltall. Der Marsch zum nächsten Fixstern aber würde noch ein halbes Jahr dauern. (epd/tko)

www.sternwarte-sankt-andreasberg.de und www.planetarium-goettingen.de

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