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Im Prozess um gewaltsamen Tod einer 51-Jährigen in Göttingen kommen weitere Details ans Licht

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Von: Heidi Niemann

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Tatort in der Wiesenstraße in Göttingen: Dort war die Leiche der 51-Jährigen gefunden worden. Ihr Ex-Freund muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten.
Tatort in der Wiesenstraße in Göttingen: Dort war die Leiche der 51-Jährigen gefunden worden. Ihr Ex-Freund muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. © Stefan Rampfel

Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in Göttingen sind weitere Details ans Licht gekommen: DNA-Spuren des Angeklagten wurden unter den Nägeln des Opfers gefunden.

Göttingen/Hannover – Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 51-jährigen Frau in Göttingen sind vor dem Landgericht Göttingen weitere Details bekanntgeworden, die den Tatverdacht gegen ihren 44-jährigen Ex-Freund stützen könnten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem IT-Spezialisten aus Hannover vor, am 25. August vergangenen Jahres seine ehemalige Freundin in deren Wohnung in der Wiesenstraße in Göttingen ermordet zu haben.

Nach Angaben einer Expertin des Landeskriminalamtes fanden sich an der Leiche DNA-Spuren des Angeklagten, die durch ein Kampfgeschehen zu erklären seien.

Außerdem wurden in der Verhandlung mehrere Telefonate vorgespielt, die die Polizei abgehört und aufgezeichnet hatte. Daraus ergibt sich, dass der 44-Jährige nach der Tat diverse Vorkehrungen für den Fall getroffen hatte, dass er verhaftet werden sollte.

Angeklagter wurde einen Monat nach der Tat verhaftet

Die Polizei hatte damals ausermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht darüber berichtet, dass es ein Tötungsdelikt in Göttingen gegeben hatte.

Am 26. September – fast auf den Tag genau einen Monat nach der Tat – verhafteten die Beamten den 44-Jährigen morgens in seiner Wohnung im hannoverschen Stadtteil Anderten. Der Angeklagte wusste bis zu seiner Festnahme nicht, dass das Gewaltverbrechen entdeckt worden war und gegen ihn ein Haftbefehl vorlag.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Tattag eine Ex-Freundin nachmittags in ihrer Wohnung aufgesucht zuhaben. Dort habe er zunächst ein friedliches Verhalten vorgetäuscht und sie dannvölligüberraschend gewürgt und so lange zugedrückt, bis sie starb.

DNA-Spuren seien nur durch sehr engen direkten Kontakt zu erkären

Dabei hatte er offenbar darauf geachtet, keine Fingerdrücke zu hinterlassen. Eine Spur blieb allerdings erhalten: Laut einem molekularbiologischen Gutachten des Landeskriminalamtes fand sich unter dem Fingernagel des rechten Daumens des Opfers eine DNA-Anhaftung, die eindeutig vom Angeklagten stamme.

Diese DNA-Spur sei nur durch einen sehr engen direkten Kontakt zu erklären, sagte die LKA-Expertin.

So könnte die Frau bei ihrem Versuch, sich gegen den Angeklagten zu wehren und diesen von sich wegzudrücken, ihm den Daumen in den Mund gedrückt haben. Der Prozess wird fortgesetzt. (Heidi Niemann)

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