Nach 40 Jahren

Inge Thies verabschiedet sich aus der Kantine der Göttinger Werkstätten in den Ruhestand

Christian Felkl, Inge Thies, Holger Gerken und Oliver Otto; Drei Männer und eine Frau, sie trägt Arbeitskleidung für einen Küchenberuf, stehen vor einer Wand, auf der Gabeln abgebildet sind, auf denen Lebensmittel aufgespießt sind.
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Zur Verabschiedung in den Ruhestand von Inge Thies kamen Christian Felkl (von links), Holger Gerken und Oliver Otto.

Tanzen, Wandern, Musik hören und einfach mal ausschlafen: Inge Thies, die 40 Jahre lang in der Kantine „Frischmenü“ in den Göttinger Werkstätten gearbeitet hat, geht in den Ruhestand.

Göttingen – Sie gehörte seit den Anfangsjahren mit dazu: Nach vier Jahrezehnten bei den Göttinger Werkstätten beginnt für Inge Thies nun das Rentenleben. Zeit, die vergangenen, mitunter ereignisreichen 40 Jahre als Frau an der Kasse der Öffentlichen Kantine „Frischmenü“ noch einmal Revue passieren zu lassen.

Vielen Göttingern dürfte Inge Thies durch ihre Arbeit in der Öffentlichen Kantine der Werkstätten bekannt sein. In ihrem Berufsleben habe sie viel gelernt, bewältigt, erlebt und durch ihre besondere Art vielen Menschen die Frühstücks- und Mittagspause zu einer ganz besonderen Pause werden lassen, heißt in einer Mitteilung ihres einstigen Arbeitgebers. Nun geht sie in Rente, mit zwei lachenden Augen.

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Ereignisreiche Jahre

An den ersten Arbeitstag erinnert sich die 63-Jährige noch ganz genau. Es war der 29. September 1980 und ihr Berufsleben begann an diesem Tag in der Friedrich-Naumann-Straße bei den 1973 gegründeten Göttinger Werkstätten. Deren Ziel war es in den Anfangsjahren, Patienten aus den Landeskrankenhäusern der Region einen Arbeitsplatz außerhalb der Einrichtungen anzubieten.

Inge Thies kam damals frisch aus dem Christophorus-Haus, der heutigen Diakonie Christophorus. „Ich habe mich sehr schnell eingelebt“, betont die Göttingerin. „Alle waren sehr nett und an meiner Arbeit dort hatte ich viel Spaß.“

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Mit Herzblut dabei

Eingesetzt war die Göttingerin im Küchenbereich der Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Zu ihren Aufgaben gehörte damals unter anderem das Brötchenbelegen mit Wurst oder Käse und Salat. „Wir haben dann das Frühstück an andere Firmen ausgeliefert. Die haben sich immer über mein Essen, und ich glaube auch über mich, gefreut“, erinnert sich Thies mit Stolz.

Nach dem Umzug der Großküche in die Räumlichkeiten der Phywe in der Robert-Bosch-Breite, kamen weitere Aufgaben dazu, die Inge Thies mit viel Herzblut erfüllte.

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Erneuter Umzug

2011 stand für die Öffentliche Kantine der nächste Umzug auf dem Plan: in die August-Spindler-Straße 1. Für die angehende Rentnerin war der Ortswechsel sehr aufregend. Die Umgebung, die Geräte, alles war neu – auch die Aufgaben.

Am neuen Standort bildete sie sich weiter, konnte dadurch auch an der Kasse eingesetzt werden. „Das war toll. Da hatte ich immer direkt mit den Kunden zu tun und Kontakt zu Menschen“, erzählt Inge Thies.

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Kooperation mit Bioküche Leinetal

Damit aber noch nicht genug. Auch der Kollegenkreis im Küchenbereich war nun ein anderer. Er hatte sich vergrößert. „Wir hatten uns damals zu einer Kooperation mit der Bioküche Leinetal entschlossen“, erinnert sich Thies. Das sei eine gute Entscheidung gewesen, denn so habe man das bereits bewährte Angebot durch das Bio-Angebot erweitern können.

„Die Zusammenarbeit hat immer gut geklappt“, lobt die 63-Jährige. „Zurzeit essen bei uns täglich fast 200 Menschen zu Mittag und 600 Essen werden ausgeliefert“, so Holger Gerken, Geschäftsführer der Göttinger Werkstätten.

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Nicht immer nur Arbeit

Doch während der vergangenen 40 Jahre ging es nicht immer nur um die Arbeit. Sehr gerne erinnert sie sich auch an die vielen lustigen Betriebsausflüge, die sie in all den Jahren mitmachen konnte, so Thies.

Besonders beeindruckt hatte sie das Reiten auf einem echten Pferd in einem Western-Freizeitpark und die Fahrt mit der Achterbahn, als ihre Gondel plötzlich ganz oben auf dem Berg stehenblieb. „Wir haben alle so herzlich gelacht. Meine Vorgesetzten saßen auch in meinem Wagen. Das war sehr lustig.“

Nach 40 Jahren in den Ruhestand: Vorfreude auf die Zukunft

Nun steht ein neues Kapitel im Leben der 63-Jährigen an, auf das sie sich bereits freut. Pläne für die Zukunft hat sie schon geschmiedet. Viel Wandern mit ihren Freundinnen, Tanzen – zum Beispiel Walzer – Musik hören und Ausschlafen wolle sie. „Das genieße ich jetzt erstmal. Wir mussten in der Küche ja immer früher raus als die anderen“, so Inge Thies.

Sicherlich werde sie die Kolleginnen und Kollegen auch vermissen, aber: „Irgendwann muss mal Schluss sein!“ Ihren Geburstag am 15. Mai hat Inge Thies bereits zu Hause verbracht.

„Frau Thies wird fehlen mit ihrem freundlichen Wesen und ihrer positiven Lebenseinstellung. Wir wünschen ihr alles Gute für ihre Zukunft“, so Christian Felkl, zuständiger Abteilungsleiter. (Melanie Zimmermann)

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