Rat diskutiert in öffentlicher Sitzung

Initiativantrag der Göttinger CDU: Ein Euro für die Mühle

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Die Stockleffmühle am Leinekanal in Göttingen: Das Gebäude in der nördlichen Innenstadt muss dringend saniert werden. Sie war schon oft als Gastronomie-Standort im Gespräch.

Göttingen. Seit Jahren fristet die Stockleffmühle am Leinekanal in der Göttinger Innenstadt ein trauriges Schattendasein. Jetzt soll sich endlich etwas tun.

Der Rat diskutiert in seiner öffentlichen Sitzung am Freitag, 13. April, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus über einen Initiativantrag der CDU. Ihr Ziel ist der Verkauf zu einem symbolischen Preis von einem Euro an einen Investor.

Stadtoberhaupt Rolf-Georg Köhler hatte beim Neujahrsempfang eine schnelle Lösung für das marode Bauwerk angekündigt. Die Bemühungen sind bereits angelaufen: „Der Oberbürgermeister führt konkrete Gespräche mit Investoren für die Stockleff-Mühle“, sagt Stadtbaurat Thomas Dienberg.

Auch die CDU spricht sich dafür aus, einen geeigneten Investor zu finden. Für die Vergabe soll der Kaufpreis keine Rolle spielen. Ein symbolischer Betrag von einem Euro soll akzeptiert werden.

Gleichzeitig ist die CDU dagegen, dass die Stadt oder die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) investiert. Aus Sicht der Christdemokraten kann es nicht sein, dass für ein reines Gastronomieobjekt erhebliche Kapital- und Personalressourcen gebunden werden. „Ohne weitere staatliche Fördermittel wird sich bei einer Investitionssumme von drei Millionen Euro auch schwerlich darstellen lassen, dass sich für die SWG ein Engagement in dieser Höhe durch eine künftige Gastronomiepacht rentierlich rechnen lässt“, heißt es in dem von Fraktionschef Dr. Hans-Georg Scherer unterschriebenen Antrag. Aus Sicht der CDU würde dies in der Praxis bedeuten, dass die anderen Mieter der SWG das Objekt über Jahrzehnte mit ihren Mietzahlungen quersubventionieren müssten. Und weiter: Die offensichtliche Absicht der Verwaltung, in einem neuen Sanierungsverfahren erhebliche finanzielle Unterstützung für die historische Mühle zu gewinnen, kann sich nach Ansicht der CDU nach den bisherigen Erfahrungen mit dem Museumskomplex am Ritterplan als äußerst trügerisch erweisen.

„Der auf einen Euro verminderte Kaufpreis entspricht den Gepflogenheiten im Umgang mit historischen Bauten, die eine Millioneninvestition erfordern“, sagt Dr. Scherer. Mit diesem Vorgehen könnte laut CDU der Stadt und ihrer Tochter eine teure Last von den Schultern genommen werden. „In absehbarer Zeit könnte dieser eigentlich schöne Platz am Leinekanal wieder mit Leben gefüllt werden.“

Hintergrund: Baufällige Mühle am Leinekanal steht leer

Über die Zukunft der Stockleffmühle am Leinekanal in der nördlichen Innenstadt von Göttingen wird schon seit vielen Jahren diskutiert. Das Bauwerk, dessen Ursprünge bis auf das Jahr 1305 zurückgehen, ist baufällig und steht leer. 1882 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Im Jahr 1924 ließ die Stadt dort Wohnungen einbauen.

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