Inklusion in Göttingen: Brot und Bilder in einem Raum

Die Kunstgalerie braucht noch handwerkliches Geschick: Von links: Das Projektteam um Inge Mörz, Sarah Raymaekers und Bettina Horn mit Handwerker Wolfgang Oelze. Foto: Dittrich

Göttingen. Noch wird geschraubt und gehämmert, aber die ersten Kunstwerke treffen bereits ein: Am Samstag, 25. April startet das Projekt „Kunst.Hand.Werk" der Arbeiterwohlfahrt Göttingen.

Der Laden an der Kurzen Straße 3 soll als inklusive Galerie genutzt werden: Künstler und Handwerker stellen aus, andere helfen bei der Organisation des Ladens . Ob es sich bei den Mitarbeitern und Helfern um Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung handelt, sei völlig egal, erklärt Mitarbeiterin Sarah Raymaekers: „Das Kunstwerk soll im Vordergrund stehen, nicht der Mensch.“

Die ausgestellten Bilder und Figuren können erworben werden, die Exponate wechseln regelmäßig. „Wir haben zum Anfang ungefähr 10 Künstler, die ihre Werke ausstellen“, erklärt Projektleiterin Inge Mörz.

Aber bis die ersten Bilder hängen, ist noch viel zu tun. Erste Regal werden angebracht, Tische zusammengebaut, Platz für Bilder muss geschaffen werden. Der Raum ist Galerie, Treffpunkt und Verkaufsraum zugleich.

In den Räumen werden bereits Backwaren von Mitarbeitern der Awo zusammmen mit psychisch beeinträchtigten Menschen verkauft. Außerdem nutzt der Verein Kulturpforte den Laden, um Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen auszugeben. Das Hauptprojekt soll die Galerie für Künstler und Handwerker werden, die nun beginnt.

Aber das Projektteam hat noch mehr vor. In den kommenden Monaten soll der Raum auch für Workshops genutzt werden. „Wir sind bereits mit zwei Künstlern im Gespräch, die gerne etwas anbieten möchten“, erklärt Mörz. Aber jetzt steht die Eröffnung im Vordergrund. „Wir müssen erstmal den Ladenalltag bewältigen“, sagt Mörz. Das Projekt wird drei Jahre von der Awo und der Aktion Mensch gefördert - im Idealfall trägt der Laden sichdanach finanziell selbst.

Entstanden ist das Projekt laut Mörz aus ihrer Arbeit als Sozialpädagogin in den Trialog-Tagesstätten der Awo. „Es wird oft gefordert, den Menschen dort eine Beschäftigung zu geben. Doch das inklusive Angebot in Göttingen ist noch dürftig“, erklärt sie. Jetzt hofft sie auf viel Engagement: „Der Laden lebt von der Unterstützung durch regionale Künstler.“

 

Eröffnung: Samstag, 25. April, 11 Uhr in den Räumen der Brot-Galerie, Kurze Straße 3, mit Livemusik von der Band „Earl Mobile Orchestra“.

Öffnungszeiten des Kunst-Handwerk-Laden: Dienstag - Freitag, 10 - 15 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr, Samstag 10 - 14 Uhr.

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