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Tischtennis-Lehrgang als Inklusionsprojekt: Lernen von einem ehemaligen Paralympics-Sieger

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Von: Per Schröter

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Der ehemalige Paralympics-Sieger Karl-Heinz „Charly“ Weber (im Rollstuhl) beim Lehrgang des SC Weende.
Der ehemalige Paralympics-Sieger Karl-Heinz „Charly“ Weber (im Rollstuhl) brachte die Lehrgangsteilnehmer auch diesmal wieder mächtig ins Schwitzen. © Per Schröter

Nach zwei Jahren Pause: Der Göttinger Sportverein SC Weende veranstaltet preisgekröntes Integrationsprojekt.

Göttingen – Einen vollen Erfolg feierte nach zweijähriger Zwangspause der SC Weende Göttingen mit der inzwischen achten Auflage seines Inklusionsprojektes „grenzenloser Tischtennislehrgang“ für Menschen mit und ohne Behinderung.

Unter dem Motto „Tischtennis auf Augenhöhe“ erlebten die rund 40 überwiegend jugendlichen Teilnehmer, dass man auch mit einer Behinderung Spaß am Tischtennis haben und den Sport sogar auf hohem Niveau betreiben kann.

„Grenzenloser Tischtennislehrgang“: Göttinger Sportverein SC Weende mit Inklusionsprojekt

Dafür sorgte auch diesmal wieder vor allem der zweifache Vize-Europameister und Paralympics-Sieger im Tischtennis sowie Paralympics-Trainer Karl-Heinz „Charly“ Weber.

„Ich kenne im deutschsprachigen Raum kein vergleichbares Projekt“, betonte der 63-Jährige, der bei dem dreitägigen Lehrgang zusammen mit B- und C-Lizenztrainern des SCW die Übungseinheiten leitete und dabei mit teilweise sehr ausgefallenen Übungen dafür sorgte, dass die Teilnehmer nicht nur etwas lernten, sondern auch mit viel Spaß bei der Sache waren.

„Um überhaupt Kinder und Jugendliche für diesen tollen Sport zu gewinnen ist es wichtig, dass Tischtennistraining spannend zu gestalten und es jedes Mal als Abenteuer zu sehen“, so Weber.

Inklusionsprojekt des Göttinger Sportvereins SC Weende einmalig in Deutschland

Dass er von dem Inklusionsprojekt des SCW so begeistert sei, habe einen einfachen Grund. „Hier werden in unfassbar guter Weise Spitzensport, Breitensport und Inklusion in einen Topf geworfen und alles dann bunt durcheinander gewürfelt.“ Das sei hier „wie eine große Familie“ und deshalb sei er auch immer wieder sehr gerne dabei.

„Bei diesem Projekt, für das wir 2017 sogar den Inklusionspreis des Landessportbundes verliehen bekamen, geht es vor allem darum, bei den Jugendlichen Vorurteile gegenüber Behinderungen abzubauen“, sagte Mitorganisator Martin Koch vom SCW Göttingen.

Nicht zuletzt deshalb stelle man für die Veranstaltung auch Rollstühle zur Verfügung, damit alle Teilnehmer die Möglichkeit haben, ihre Perspektive zu wechseln, Erfahrungen im Rollstuhl zu sammeln und mit Sportlern mit Behinderung Tischtennis auf Augenhöhe spielen zu können.

Ehemaliger Paralympics-Sieger beim Inklusionsprojekt in Göttingen

Dass man den Lehrgang in diesem Jahr erstmals nicht in der Weender Sporthalle austragen konnte, die an diesem Wochenende anderweitig belegt war, sondern in die IGS-Sporthalle nach Geismar ausweichen musste, habe sich nicht als Nachteil erwiesen.

„Die Halle hier ist bestens geeignet und wir sind sehr froh, dass wir hier sein durften“, betonte Koch, „auch wenn es natürlich unser Ziel ist, im kommenden Jahr wieder nach Weende zurückzukehren.“

„Grenzenloser Tischtennislehrgang“ bereitet allen Teilnehmenden viel Spaß

Abschluss und gleichzeitig auch Highlight des Lehrgangs war auch diesmal wieder das Jedermann-Doppelturnier am Sonntag. Dabei spielten die Teilnehmer nicht nur mit Einheitsschlägern, was vor allem für die Fortgeschrittenen ungewohnt war, sondern es wurden auch die Paarungen nach jedem Spiel durchmischt, wodurch zumeist einander völlig unbekannte Spieler an der Platte standen.

„Dieses Turnier macht einfach allen Spaß“, sagte Charly Weber, der als Teilnehmer selbst auch wieder viel Freude daran hatte.  (per)

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