Erkenntnisse über weitere Straftaten

Innenminister: Weitere Aktionen gegen Hells-Angels-Mitglieder möglich

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Einsatz gegen Hells Angels: In Adelebsen gab es am Freitag eine Großaktion gegen den Rocker-Club.

Göttingen. Den ermittelnden Behörden und dem Innenministerium in Hannover liegen weitere Erkenntnisse über Straftaten anderer Hells-Angels-Mitglieder vor. Das sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Samstag in einem Gespräch mit Adelebsens Bürgermeister Holger Frase (SPD).

Man könne jederzeit mit weiteren Polizeiaktionen gegen Angels-Mitglieder rechnen, so Pistorius.

Der Bürgermeister des Fleckens Adelebsen, Holger Frase (SPD), hatte Innenminister Pistorius am Samstag, also einen Tag nach der Polizeiaktion auch in Adelebsen getroffen. Bei dem Gespräch in Hannover dankte Frase dem Minister im Namen aller Bürger seiner Gemeinde und der Region für den engagierten Polizeieinsatz gegen die Rocker und deren Niederlassung in Adelebsen. Das Gespräch hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Ronald Schminke vermittelt.

Frase wertete die Aktion als gutes Zeichen für die Menschen in Adelebsen, Güntersen und den gesamten Raum Südniedersachsen. „Dieser Schlag gegen die organisierte Rockerkriminalität gefällt nicht nur den Adelebsern, sondern auch den Bürgern in Güntersen.“ Sein Eindruck: Polizei, Landes- und Bundeskriminalamt beobachten die Rockerszene deutschlandweit weiter intensiv. „Dem gesamten Raum Südniedersachsen und speziell Güntersen wird dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet, das ist ein gutes Signal für alle Menschen in Güntersen.“

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Froh ist Holger Frase auch über das Zusammenwirken der politischen Kräfte: Abgeordnete aller Parteien, der Landrat, Kreistagsmitglieder, die Ortsbürgermeister und Ratsmitglieder zögen an einem Strang – mit einem Ziel: „Wir kämpfen um die Lebensqualität unserer Region und da hat die organisierte Kriminalität keinen Platz.“

Innenminister Pistorius berichtete über Hausdurchsuchungen in 16 Objekten in Niedersachsen und den Einsatz von 330 Polizeibeamten.

Fotos von der Razzia in Adelebsen

Razzia bei den Hells Angels

Die Aktion sei möglich geworden, weil Straftaten polizeilich nachweisbar wurden. Diese Straftaten seien typisch für Rocker gewesen und dem „Hells Angels MC Charter Göttingen“ zuzurechnen. Das Vereinsverbot sei deshalb sofort vollzogen worden. Das Vereinsvermögen werde beschlagnahmt und eingezogen.

In Niedersachsen war es damit erstmals gelungen, einem Verein Straftaten polizeilich nachzuweisen. (tko)

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