Mitarbeiter sollen Kündigungen erhalten

Insolvenz: Bei Rizor fahren bald keine Busse mehr

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Busunternehmen Rizor: Der Fahrbetrieb soll Ende Januar 2018 eingestellt werden. Die Beschäftigten sollen noch in diesem Jahr die Kündigungen erhalten.

Göttingen. Das südniedersächsische Busunternehmen Rizor stellt zum 31. Januar 2018 den Fahrbetrieb ein. Dies wurde den Mitarbeitern am Montag auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Die Kündigungen für die 190 Mitarbeiter sollen noch in diesem Jahr verschickt werden.

Ende August hatte das Unternehmen mit Standorten in Hildesheim und Nesselröden bei Duderstadt Insolvenz angemeldet. „In den vergangenen Monaten haben wir mit Hochdruck ein Fortführungskonzept entwickelt, das der Insolvenzverwalter jedoch abgelehnt hat, weil die dahinter stehende Finanzierung nicht geklappt hat“, sagt Rüdiger Otto, Geschäftsführer von Rizor, im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Betrieb wurde in den vergangenen Monaten weitergeführt. Doch zum 31. Januar 2018 ist nun Schluss, trotz sehr guter Auftragslage, wie Otto sagt.

Bereits im November hatte es Gerüchte um eine Stilllegung des Fahrbetriebs gegeben. Damals dementierte Geschäftsführer Rüdiger Otto noch und versicherte, dass Rizor-Busse Bestandteil des Straßenbildes bleiben würden. Er sagte, das Unternehmen sei auf einem guten Weg.

Das Unternehmen Rizor wurde 1968 gegründet und erwirtschaftete rund 10 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Rüdiger Otto kaufte im Jahr 2000 die Geschäftsanteile.

Rizor ist vor allem in den Landkreisen Göttingen, Hildesheim und Goslar aktiv und hat 130 Fahrzeuge. Es transportiert in Südniedersachsen täglich etwa 1000 Schüler und mehrere hundert Behinderte für die Göttinger Werkstätten (mit 24 Fahrzeugen), das Christophorushaus (sieben Fahrzeuge) und die Harz-Weser-Werkstätten (drei Fahrzeuge). „Unsere Kunden müssen sich keine Sorgen machen“, beruhigt Rüdiger Otto. „Ich bin zuversichtlich, dass es ab Februar keine Einschränkungen geben wird. Kein Kunde muss an der Straße stehen bleiben.“

Notvergabe für Linienverkehr

Der Linienverkehr im Bereich Osterode wird per Notvergabe fortgeführt, ein Auftrag werde hier für zwei Jahre vergeben. Andere betroffene Kunden müssen sich also schnell Ersatz suchen.

Als Grund für die Insolvenz des Unternehmens nennt Otto mehrere Großprojekte in der Firmengruppe, die sehr liquiditätsintensiv waren. Fakt ist: Die Busfahrschule wird fortgeführt. Ob es ein neues Busunternehmen unter Ottos Führung geben wird, ist laut seiner Aussage noch offen.

Auf der veralteten Homepage wirbt das Unternehmen noch mit seinen Leistungen: Es werden Linien-, Schülerverkehre und attraktive Miet-Omnibusse angeboten. Das Angebot reiche vom „günstigen Kombibus bis hin zum High-End-Fernreisewagen, vom VW-Bus bis zum Doppeldecker“. Auch Messe-, Schienenersatz- und Shuttleverkehre für Großveranstaltungen bot das Unternehmen an.

Unternehmen ist für Schüler- und Linienverkehre zuständig

Im Bereich Duderstadt könnte die Einstellung des Betriebes bei der Firma Rizor Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben. Denn in diesem Bereich des Landkreises Göttingen ist Rizor für die Schülersonderbeförderung zuständig – ebenso wie für das Schulzentrum Geismar in Göttingen. Auch Schwimm- und Sportfahrten wurden bislang von der Firma angeboten. Noch schlimmer könnte es den Bereich Osterode treffen, wo Rizor im Linienverkehr mehrere Linien bedient, die von bis zu 1000 Schülern genutzt werden. Im Bereich des Altkreises Göttingen fährt Rizor auch teilweise auf den Linien 170 (Göttingen – Gieboldehausen – Duderstadt), 155 (Göttingen – Reinhausen – Nesselröden – Duderstadt) und 150 (Göttingen – Seulingen – Duderstadt) sowie einigen Linien im Bereich Duderstadt. Auch im Bereich Hildesheim und Goslar sind Rizor-Busse im regulären Linienverkehr unterwegs.

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