Anwendungsorientierte Einrichtung steht dem Mittelstand zur Verfügung

Institut für Nanophotonik statt Laser-Laboratorium in Göttingen

Institut für Nanophotonik: Prof. Dr. Alexander Egner und Roland Becker.
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Institut für Nanophotonik statt Laser-Laboratorium: Prof. Dr. Alexander Egner (links) mit Verwaltungsleiter Roland Becker.

Institut für Nanophotonik Göttingen heißt ab sofort das Laser-Laboratorium Göttingen.

Göttingen – „Wir haben uns in den vergangenen zehn Jahren zu einem Ansprechpartner des Mittelstands für Fragestellungen der Photonik, der optischen Technologien, weiterentwickelt“, erklärt Prof. Dr. Alexander Egner, der Direktor der außeruniversitären Forschungseinrichtung. Das Institut mit seinen knapp 50 Mitarbeitern befasst sich insbesondere mit Strukturen im Bereich von einem bis 100 Nanometern. Zum Vergleich: Ein Covid-19-Virus ist zwischen 60 und 120 Nanometer groß.

Die Einrichtung, die Egner seit 2010 leitet, forscht im Bereich der Spektroskopie, mit der sich unter anderem Inhaltsstoffe von Proben ermitteln lassen, der Sensorik und der Nanostrukturierung von Oberflächen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Mikroskopie jenseits der Beugungsgrenze des Lichts (Nanoskopie), die der Göttinger Nobelpreistträger Stefan W. Hell mit seinen Forschungen ermöglicht hat. Hell gehört dem Vorstand des Institut-Trägervereins an.

„Laser kommen zwar weiterhin als Lichtquellen zum Einsatz, werden aber von den Göttingern nicht mehr selbst weiterentwickelt, erläutert der Institutsdirektor. Das war in den Anfangsjahren des 1987 gegründeten Instituts anders. Damals stand die anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der sogenannten Excimer- und Farbstofflaser im Mittelpunkt.

„Unsere Partner der vergangenen Jahre wissen, wofür wir heute stehen“, sagt Egner. Bei Außenstehenden weckt der alte Institutsname dagegen falsche Assoziationen. Der neue Name passt auch besser zu zwei neuen Netzwerken, an deren Aufbau das Institut beteiligt ist. Das Tools4Life-Cluster will das Verständnis der molekularen Mechanismen von Krankheiten und die Auswahl potentieller Wirkstoffe zu ihrer Bekämpfung verbessern. Im Zentrum der technologischen Entwicklung stehen hierbei optische Verfahren und Instrumente für molekulare Analysen sowie systematische Tests (Screenings) in der Arzneimittelentwicklung.

Das Südniedersachsen Point of Care Cluster (SniPoCC) hat zum Ziel, die Region zum Innovationsführer bei Schnelltests zu machen. Sie finden in der Human-, Veterinär-und Gerichtsmedizin sowie in der Umwelt- und Gefahrstoffanalytik Verwendung.

„Unser anwendungsorientiertes Institut setzt sich dafür ein, dass die weltweite Vorreiterrolle des Wissenschaftsstandorts Göttingen auf dem Gebiet der Methodenentwicklung für Forschung und Anwendungen im Bereich Bio-Pharmazeutik und Diagnostik in eine Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Niedersachsen und Deutschland mündet“, betont Egner.

Das Ifano, das im vergangenen Jahr über einen Betriebshaushalt von 4,5 Millionen Euro verfügte, hat seinen Sitz am Hans-Adolf-Krebs-Weg 1 auf dem Nordcampus der Universität Göttingen. (Michael Caspar)

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