„Die Glasmenagerie“

Inszenierung im Theater im OP: „Ich hatte gleich Bilder im Kopf“

Inszenierte am Theater im OP in Göttingen „Die Glasperlenmanagerie“: Amelie Heße.
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Inszenierte am Theater im OP in Göttingen „Die Glasperlenmanagerie“: Amelie Heße.

Im Frühjahr hat Amelie Heße in Göttingen ihren Bachelor in Englisch und Kulturwissenschaften abgelegt, Mitte Oktober beginnt ihr Masterstudium in Berlin.

Göttingen – Außerdem hat sie im Theater im OP Tennessee Williams „Die Glasmenagerie“ inszeniert. An diesem Freitag ist um 20.15 Uhr Premiere.

Vor einem Jahr hat Amelie Heße mit den Darstellern Phil Schlöter, Dominique Schlaak, Marielle Moll und Lennart Kantz mit den Proben angefangen. Eigentlich sollte die Premiere im März sein. Corona machte Heße einen Strich durch die Rechnung. Denn im Dezember 2020 kam der Lockdown. Bis ins Frühjahr waren nur Online-Proben möglich. Heße konnte nur am Text und an der Mimik ihrer Darsteller arbeiten.

Doch das Team ließ sich nicht stoppen. Zwei Proben-Wochenenden wurden online abgehalten. „Es war schon schwierig“, gesteht die Regisseurin. Ab und zu habe sie sich mit Corona-Tests und Abstand mit zwei Leuten zu einer Probe getroffen. Als Heße von den ersten Präsenz-Proben erzählt, ist ihr die Erleichterung anzuhören. Mittlerweile sei das gesamte Team geimpft, auch das habe Entspannung gebracht. Trotz der großen Zeitverzögerung seien die Schauspieler bei der Stange geblieben. Nur im Organisationsteam mit den Regieassistenten Ilona Vieten und Anisha Blanke habe es vereinzelte Wechsel gegeben.

Tennessee Williams Familiendrama ist Heßes erste eigene Inszenierung. Zweimal habe sie vorher im ThOP als Regieassistentin mitgeholfen. Mit ihrer ersten Assistenz sei sie vor zwei Jahren im ThOP-Team eingestiegen. Außerdem habe sie sich einen Regiekurs als Lehrveranstaltung an der Universität absolviert. Sie leckte Blut und bewarb sich für eine Regie am Universitätstheater. Mit ihren Ideen konnte sie überzeugen.

In ihrer ersten Inszenierung wollte Heße nicht mit einem zu großen Team arbeiten. Auch deshalb habe sie sich für das Familiendrama „Die Glasmenagerie“ mit vier Darstellern entschieden. Jede der Figuren habe etwas in sich, was ihr zumindest teilweise bekannt sei. „Ich hatte gleich Bilder im Kopf“, sagt Heße.

Als größte Schwierigkeit benennt Heße Corona. Nun freut sie sich auf die Premiere. „Es fühlt sich so ein bisschen mehr an wie früher.“ Während bei „Geschlossene Gesellschaft“ von Sartre pandemiebedingt nur 30 Zuschauer pro Abend Einlass fanden, dürfen jetzt bis zu 70 Menschen zusehen. Dass das Stück bis zu den Herbstferien abgespielt sein wird, ist für Heße auf den Punkt. Einen Tag nach der letzten Vorstellung am 16.10. fährt sie nach Berlin, um ihr Masterstudium aufzunehmen.

Die Premiere „Die Glasmenagerie“ wird am Freitag, 1.10., um 20.15 Uhr im ThOP gefeiert. Die nächsten Vorstellungen werden am 3. und 4.10. gespielt, ebenfalls um 20.15 Uhr. Weitere Termine und Infos sind hier abrufbar. (Bernd Schlegel)

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