Integrationsrat steht hinter Hausbesetzern

Vorsitzender des Integrationsrates: Redar Han. Foto: Schröter

Göttingen. Der Integrationsrat der Stadt Göttingen stellt sich hinter die Initiative „Our House OM 10“. Das stellten die Ratsmitglieder am Dienstag bei einer Sitzung im ehemaligen DGB-Haus in der Oberen Maschstraße fest, das seit Anfang November besetzt ist.

„Dieses Haus steht seit Jahren leer und es gibt so viele Geflüchtete in unserer Stadt, die nicht wissen, wo sie hin sollen“, sagte ein OM 10-Sprecher bei der Vorstellung des Projektes. Dies sei „ein unhaltbarer Zustand“ gewesen, weshalb sich die rund 50-köpfige, durch Spenden finanzierte Initiative im November zur Besetzung des ehemaligen Gewerkschaftshauses entschlossen habe. Seither würden dort Flüchtlinge „für kurze oder auch für längere Zeit“ aufgenommen und es werde politische Arbeit gemacht. „Wir haben bislang mehrere Wohnungen hergerichtet und bieten kostenlose Deutschkurse für alle“, so der Sprecher. Außerdem gehe man regelmäßig zum Bahnhof und sehe nach, wer dort gestrandet ist. „Und die bekommen dann bei uns nicht nur ein Bett, sondern natürlich auch eine Mahlzeit und etwas zu trinken.“

Nachdem der DGB-Bezirksvorsitzende Hartmut Tölle vorige Woche betont hatte, dass das Haus widerrechtlich besetzt sei, der DGB eigene Pläne für die künftige Nutzung schmiede und er mit einem freiwilligen Auszug der Besetzer rechne, nahmen die Initiativensprecher dazu Stellung. „Der DGB hat lange überhaupt kein Interesse gezeigt und sich auch nicht gemeldet“, sagte einer von ihnen. Nach Tölles Äußerungen komme jetzt aber Bewegung in die Angelegenheit. „Wir hoffen, dass man sieht, dass das hier eine gute Sache ist und dass wir ein ernst zu nehmendes Projekt sind.“ Man wisse, dass man in Göttingen eine Lücke fülle. „Wenn uns diese Möglichkeit genommen wird, dann wird in dieser Stadt etwas fehlen.“ Um in der bisherigen Art und Weise weiter machen zu können, brauche man jedoch einen gesicherten Status. „Deshalb fordern wir den DGB auf, uns das Haus zu überlassen“, so der OM 10-Sprecher. Träger könne dann beispielsweise ein noch zu gründender Verein werden.

„Dieses Projekt trifft im Integrationsrat auf Zustimmung“, betonte dessen Vorsitzender Redar Han. Er versprach, sich persönlich dafür einzubringen und bot im Namen des Ratsvorstandes an, zwischen der Initiative, dem DGB und der Stadt Göttingen zu vermitteln. Ein Angebot, dass die OM 10-Mitglieder nur allzu gerne annahmen und ein „sehr wertvolles Signal“ nannten. (per)

www.omzehn.noblogs.org

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