Keine Reduzierung

Corona und Intensivbetten: Lage angespannt – Besonders schwere Fälle kommen nach Göttingen

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
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An der Universitätsmedizin Göttingen (Foto) und am Evangelischen Krankenhaus Weende ist die Lage bei den Intensivbetten weiterhin angespannt. (Luftbild)

Die Belegungssituation auf den Intensivstationen der beiden größten Krankenhäuser in Göttingen ist angespannt. Die Uni-Klinik nimmt die besonders schwer an Covid-19 Erkrankten auf.

Göttingen – Die Belegungssituation auf den Intensivstationen der beiden größten Krankenhäuser in Göttingen ist weiter angespannt, das geht aus den von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und dem Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende gemeldeten Zahlen hervor. Für das Weender Krankenhaus meldet Sprecher Stefan Rampfel eine hohe Auslastung der Intensivstation. Dort liegen zurzeit (Stand 14.04.2021) vier Covid-19-Patienten, weitere 14 werden auf Normalstation beobachtet und behandelt, so der Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung.

Von großer Bedeutung ist für die Versorgung schwerkranker Menschen im Vier-Länder-Eck und spezielll Südniedersachsen ist die Universitätsmedizin. Sie erhält – auch aus den anderen Kliniken der Region – zudem die besonders schweren Covid-19-Erkrankten, weil sie über die entsprechende Expertise in der Beatmung und Geräte verfügt, aber auch die höchste Zahl an Intensivbetten.

Corona in Göttingen: 34 Covid-19-Patienten in der Uni-Klinik

Am Dienstag (13.04.2021) wurden in der Uni-Klinik 34 Covid-19-Patienten stationär behandelt, 23 von ihnen auf der Intensivstation. Beatmet wurden 18 Covid-Kranke, neun davon an den ECMO-Beatmungsmaschinen. Auf der Normalstation lagen elf Covid-Patienten, wie Sprecher Stefan Weller mitteilt. Am vergangenen Donnerstag (08.04.2021) wurden 30 Covid-19-Erkrankte behandelt, 20 wurden beatmet, sieben an ECMO-Maschinen, von denen zwölf vorhanden sind.

Die angespannte Lage um die Intensivmedizinplätze hat sich an der UMG übrigens nicht durch die nach der ersten Pandemiewelle und zuletzt am 1. Februar 2021 strenger gefasste Festlegung der Pflegepersonaluntergrenzen und einen möglichen Wegfall von Intensivbetten verschärft: „An der UMG wurden aufgrund dieser Pflegepersonaluntergrenzen keine Intensivbetten geschlossen“, teilt die UMG auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Uni-Klinik Göttingen will Pflegende auf Corona-Intensivstation entlasten

Seit dem 1. Februar wurde der Stellenschlüssel seitens des Bundesgesundheitsministeriums noch mal für die Tagschicht auf zwei Patienten pro Pflegekraft auf Intensivstationen verbessert. Der UMG-Vorstand und die Pflegedirektion aber hatte bereits zu Beginn der Pandemie entschieden, dass an der Göttinge Uni-Klinik in der Intensivpflege eine Pflegekraft für 1,5 Covid-19-Patienten zuständig ist. „Das liegt oberhalb der Vorgaben“, sagt Pflegedirektorin Helle Dokken und ergänzt: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, weil wir wollen, dass die Pflegenden Zeit für die Versorgung der schwer mit Covid-19 erkrankten Patientinnen und Patienten haben.“

Pflegedirektorin der Uni-Klinik Göttingen: Helle Dokken.

Folglich sei auch der Personalbedarf höher. „Diese Entscheidung kann derzeit gerade noch eingehalten werden“, sagt die Pflegedirektorin.

An der UMG sind alle Intensivplätze mit Beatmungsgeräten ausgestattet. Regulär verfügt die Uni-Klinik für Erwachsene über rund 80 Intensivplätze. Um für die Pandemie vorbereitet zu sein, wurden mit Unterstützung des Landes weitere 26 Beatmungsplätze aufgebaut, die bei Bedarf betrieben werden können. (Thomas Kopietz)

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