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Internationale Forscher untersuchen Göttinger Schädelsammlungen

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Von: Raphael Digiacomo

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Te Herekiekie Herewini vom Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa steht im „Forum Wissen“ der Universität Göttingen.
Te Herekiekie Herewini vom Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa steht im Göttinger „Forum Wissen“. Das Forschungsprojekt „Sensible Provenienzen“ der Uni Göttingen will Wege für eine Rückführung menschlicher Überreste in ehemalige Kolonialgebiete eröffnen. © Swen Pförtner/dpa

Tausende Raubgüter aus der europäischen Kolonialzeit schlummern in deutschen Museen und Universitäts-Sammlungen. Die Uni Göttingen will zwei Sammlungen mit Schädeln zurückführen.

Göttingen – Auf der Suche nach der Herkunft: Ein internationales Forscherteam untersucht an der Universität Göttingen über 1000 menschliche Überreste auf ihre koloniale Vergangenheit. Bei den Gebeinen handelt es sich hauptsächlich um Schädel aus Asien und Ozeanien.

Diese gelangten zumeist auf illegalem Wege während der Kolonialzeit nach Europa. Ziel des Forschungsprojektes „Sensible Provenienzen“ sei es, die Gebeine wieder in ihre ursprünglichen Herkunftsländer zu bringen, sagte Projektmitarbeiter Jonatan Kurzwelly.

Forscher wollen Göttinger Schädelsammlungen zurückführen

Die Universität Göttingen sei bereit, sämtliche Gebeine aus ihren Sammlungen zurück zu geben, sagte Projektmitarbeiter Holger Stoecker. Die Forschung und Lehre mit den menschlichen Überresten aus kolonialen Zusammenhängen sei an der Uni Göttingen ohnehin verboten.

Seit Beginn des Forschungsprojektes im Sommer 2020 wurden bereits menschliche Überreste an Vertretern aus Hawaii übergeben. Weitere Rückgaben an Australien und Neuseeland seien geplant. Die meisten Gebeine stammten aus dem späten 18. Jahrhundert oder davor.

Internationale Forscher untersuchen Schädelsammlungen an der Uni Göttingen

In Deutschland wird seit einigen Jahren kontrovers über die Rückführung von Raubgütern aus der Kolonialzeit debattiert. Dabei geht es häufig um wertvolle Kunstgegenstände, wie die Benin-Bronzen. Viele von ihnen werden nun im Laufe des Jahres an Nigeria zurückgegeben, andere bleiben als Leihgaben in Deutschland.

Bei der Aufarbeitung der Kolonialzeit bestehe noch ein „irrsinniger“ Forschungsbedarf, sagte der Leiter des Städtischen Museums Braunschweig, Peter Joch, vor kurzem bei einer Anhörung im Bundestag. (dpa/rdg)

Ein Göttinger Wissenschaftler ermittelt in berühmten Todesfällen der Antike – so wie der Mord an Kleopatras jüngerer Schwester Arsinoë IV.

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