Alternative Anbieter sorgen für Entlastung

Interview zum Bahnstreik: "Fahrgäste sind gut informiert"

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Kaum Andrang: Am Service-Schalter des Göttinger Bahnhofs mussten nicht so viele Fragen beantwortet werden.

Göttingen. Bis Sonntag, 9 Uhr, hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer zum Streik aufgerufen. Wir sprachen darüber mit Gerd Aschoff, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn.

Wie ist aus Ihrer Sicht der erste Streiktag bei der Bahn angelaufen?

Gerd Aschoff: Die meisten Fahrgäste haben sich gut informiert und ihre Reisepläne dem reduzierten Angebot angepasst. In Südniederschsen profitieren wir von Metronom, Nord-West-Bahn und Cantus. Sie sorgen dafür, dass die Region mobil bleibt.

Wie sieht es im Fernverkehr aus?

Aschoff: Die Deutsche Bahn fährt etwa ein Drittel des normalen ICE-Verkehrs. Der IC-Verkehr ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

Und wie ist die Situation im Nahverkehr?

Aschoff: Die alternativen Anbieter sorgen insbesondere in Niedersachsen für Entlastung. Über die Hälfte aller Nahverkehrszüge fahren landesweit nach Plan.

Was ist auf Nahverkehrsstrecken los, die die Deutsche Bahn bedient?

Aschoff: Dort ist das Angebot deutlich ausgedünnt, aber durchaus noch vorhanden. Ein Beispiel ist die Südharzstrecke zwischen Northeim und Nordhausen. Dort hat ein Lokführer eigens seinen Urlaub unterbrochen, um für die Fahrgäste da zu sein.

Wie sieht es mit dem Service für die Fahrgäste an den Bahnhöfen aus?

Aschoff: Der ist insbesondere an den zentralen Umsteigepunkten, wie Göttingen und Hannover, richtig gut. Dort wird zusätzliches Personal eingesetzt, um die Fragen zu beantworten.

Was raten Sie den Fahrgästen für die kommende Tage?

Aschoff: Es lohnt sich, in den Ersatzfahrplan zu schauen, der im Internet zwei Tage im Voraus verfügbar ist. Der ist verlässlich. Und außerdem sollte man sich immer frühzeitig informieren. Außerdem kann man die kostenlose Hotline der Bahn unter 08000/99 66 33 erreichen. Das klappt gut, weil dort zusätzliches Personal am Telefon sitzt.

Kann die Bahn den Ersatzfahrplan die ganze Zeit aufrecht erhalten?

Aschoff: Ja, ich bin überzeugt davon, dass die Verantwortlichen das hinbekommen. Das Personal, das dafür im Einsatz ist, verdient den Dank der Fahrgäste.

Zur Person

Gerd Aschoff ist seit zwei Jahren Pressesprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Der 59-Jährige ist freier Journalist und lebt in Göttingen.

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