Immaterielles Kulturgut

Interview mit Geflüchteten: Museum Friedland sucht neue Zeitzeugen

Bahnhofsschild mit der Aufschrift Friedland vor dem Museumsgebäude am Bahnhof
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Das Museum Friedland sucht neue Zeitzeugen, die seit 2011 über das Lager nach Deutschland kamen.

Das Museum Friedland hat sich das Bewahren von immateriellem Kulturgut zur Aufgabe gemacht und sucht deshalb nun auch Zeitzeugen, die 2011 über Friedland nach Deutschland kamen.

Friedland – Das Museum Friedland will seine Sammlung an lebensgeschichtlichen Interviews erweitern. Angesprochen und gesucht würden Zeitzeugen, die seit 2011 über das Lager Friedland nach Deutschland gekommen sind, wie das Museum mitteilte.

Für die Interviews stehe ein eigens geschultes Interviewer-Team zur Verfügung, hieß es. Die Gespräche würden möglichst in den Erstsprachen der Erzähler geführt, also unter anderem auf Russisch, Arabisch, Englisch Französisch, Spanisch, Farsi und Tigrinya.

Museum Friedland: Immaterielles Kulturgut

„Mit Hilfe der Zeitzeugen erschließen sich viele neue individuelle Perspektiven auf Migrationsgeschichte“, begründet Sammlungsleiterin Ewa Kruppa die Interviewoffensive. Das Sammeln und Bewahren von immateriellem Kulturgut bilde einen Schwerpunkt der Tätigkeit des Museums Friedland.

Das Archiv umfasse aktuell rund 170 Audio- und Videoaufnahmen erzählter Lebensgeschichten von 1945 bis in die Gegenwart. Im Vordergrund stünden Alltagserfahrungen und individuelle Perspektiven von Menschen.

Das vor fünf Jahren eröffnete Museum Friedland dokumentiert in einer Dauerausstellung die wechselvolle Geschichte des benachbarten Grenzdurchgangslagers Friedland.

Museum Friedland: Lager Anlaufstelle für mehr als vier Millionen Menschen

Seit der Gründung im September 1945 war das Lager Anlaufstelle für weit mehr als vier Millionen Menschen, unter anderem für Flüchtlinge, Vertriebene, Aussiedler und Heimkehrer aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

Friedland ist heute zuständig für die dem Land Niedersachsen zugewiesenen Asylbewerber, für Menschen aus dem Umsiedlungsprogramm des UNHCR, für Spätaussiedler sowie für jüdische Zuwanderer aus Osteuropa und Zentralasien. (Bernd Schlegel/mit epd)

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