Interview mit dem Musiker Mark Gillespie: "Eine Bühne ist Luxus"

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Er ist leidenschaftlicher Musiker: Mark Gillespie tritt am Sonntagabend beim Göttinger Kultursommer im Alten Rathaus auf.

Göttingen. Der Musiker Mark Gillespie tritt am Sonntag, 2. August, ab 20 Uhr beim Göttinger Kultursommer im Alten Rathaus auf. Wir trafen ihn zum Interview.

Herr Gillespie, Sie kehren immer wieder nach Göttingen zurück. Können Sie sich an ihren ersten Besuch erinnern? 

Mark Gillespie: Ich habe Europa durchstreift. In Deutschland bin ich dann im Jahr 1992 auch in Göttingen vorbei gekommen und hängen geblieben. Dort habe ich andere Musiker kennengelernt und die Bewohner der Stadt haben mich seither nicht losgelassen. Zwei Jahre später hatte ich dann im Nörgelbuff meinen allerersten Auftritt.

Wieso durchstreiften Sie eigentlich mit ihrer Gitarre so viele Länder? 

Gillespie: Nach meinem Theaterstudium beschlossen ein Freund und ich, ein Jahr lang durch die Welt zu reisen. Keiner von uns hatte das dazu nötige Geld. Wir beschlossen, Gitarre spielen zu lernen und so die Reise mit Straßenmusik zu finanzieren. Wir wollten die Welt sehen und Erfahrungen sammeln - und diese Reise dauert noch immer an. Es war ein Abenteuer, das nie geendet hat.

Wieso kehren Sie als etablierter Musiker noch immer zur Straßenmusik zurück? 

Gillespie: Straßenmusik ist die beste Werbung, die ein Musiker für sich machen kann. Menschen müssen die Musik hören, damit sie sie auch gut finden und das Konzert besuchen. Ein schönes Plakat reicht nicht aus. Auf der Straße erreicht ein Musiker sein Publikum und kann es für seine Musik begeistern.

Was ist der Unterschied zwischen der Bühne und der Straße? 

Gillespie: Eine Bühne ist Luxus. Heute stehen manchmal 400 bis 500 Leute in einem Saal vor mir und wollen mir von Anfang an zuhören. Auf der Straße gibt es das nicht. Hier hat man anfangs keine Zuhörer, die Musik muss sie erst anlocken. Straßenmusik ist pur und viele Musiker trauen sich nicht, auf der Straße ihre Musik zu präsentieren. Wenn man aber diese Ängste überwunden hat, dann muss man vor keiner Bühne der Welt noch Angst haben.

Sollten dann nicht viel mehr Musiker auf die Straße gehen? 

Gillespie: Ja. Musiker müssen ihr Musik bekannt machen. Auf der Straße entsteht mit dem Publikum eine intime Beziehung und Musiker finden ihre Fans.

Mit was für einem Programm können Ihre Fans am Sonntag bei Ihrem Auftritt rechnen? 

Gillespie: Thomas Drost und ich werden mit unserer mobilen Anlage im Alten Rathaussaal auftreten und Straßenmusik machen. Wir haben keine durchgearbeitete Show, wir werden ganz spontan Musik machen, die unser Publikum hören will.

Ein defekter Russpartikelfilter verhinderte am Freitag ein Konzert in der Göttinger Innenstadt. Stattdessen kann man ihn am Samstag, 1. August, dort hören.

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