Interview mit Komiker Paul Panzer: "Wir müssen glücklich sein"

Mit Feuerzeug in der Höhle: Paul Panzers Suche nach dem Sinn des Lebens findet auch in der Steinzeit statt. Foto: hn-pr/nh

Göttingen. Komiker Paul Panzer über den Sinn des Lebens - lustig gesehen. Er ist das Thema seines neuen Programms, das er am Freitag in Göttingen und im Februar in Kassel zeigt.

Mit wem spreche ich gerade: Dieter Tappert oder Paul Panzer? 

Paul Panzer: Mit Paul. Der andere ist der Langweilige. Die Arbeit muss ich ja machen. Ich muss auf die Bühne und Interviews geben, und der andere kann auf dem Sofa liegen.

Wie sind Sie auf Ihren Künstlernamen gekommen?

Panzer: Ich habe beim Radio angefangen, wo man ständig neue Charaktere und Stimmen braucht. Ich mochte immer Namen wie Donald Duck, und dann ist Paul Panzer irgendwann geblieben.

Zu Paul Panzer gehört sein markanter Sprachfehler: Die Buchstaben s und z sprechen Sie nicht richtig aus. Ist er echt? 

Panzer: Ich hatte ihn als Kind und habe ihn damals mit einem Logopäden abtrainiert. Beim Radio habe ich ihn dann wiederentdeckt. Ich finde schön, wenn Figuren Schwächen haben, weil wir alle Schwächen haben. Ich glaube, die Leute mögen das auch. Weil sie merken: Der Typ auf der Bühne ist auch nicht perfekt, oder spricht im wahrsten Sinne von oben herab. Deswegen ist der Sprachfehler geblieben.

Wie würden Sie Paul Panzers Charakter beschreiben? 

Panzer: Vielleicht ist er in dem, was er sagt, manchmal politisch nicht ganz korrekt. Aber im Kern ist er ein guter Kerl. Jemand, mit dem man Pferde stehlen kann.

In Ihrer Show suchen Sie den Sinn des Lebens. Was hat der Mensch zwischen Steinzeit und 21. Jahrhundert verloren? 

Panzer: Ich habe die These aufgestellt, dass wir den Sinn verloren haben. Wir haben alles, was wir brauchen. Trotzdem waren die Menschen nie so oft krank, depressiv und schlecht gelaunt. Für die Show wollte ich ein Thema haben, was mich als Mensch beschäftigt. Aber das ist kein Kabarett. Es soll sich natürlich vor allem kaputtgelacht werden.

Sie haben nach einer Schweißerlehre Musik und Medienpädagogik studiert. Wie kam das? 

Panzer: Du kannst nicht zu deinen Eltern sagen, ich will Komiker werden. Die machen dir direkt einen Termin beim Psychologen. Man spürt das zwar in sich, aber das gab es nicht als Berufsbild. Mein Vater ist Schmied und hat gesagt, du machst erst eine handwerkliche Ausbildung und dann kannst du machen, was du willst. Dann kam mit Musik und Medienpädagogik das Radio und das war schon eher meine Richtung.

Für ein Musikstudium muss man Klavier spielen können. Welche Rolle hat Musik in Ihrem Leben? 

Panzer: Ich spiele ein bisschen Klavier und Gitarre, aber bin vom Virtuosen weit entfernt. Es stimmt: Musik ist wichtig, aber ich habe keinen festen Musikgeschmack.

Was ist denn nun der Sinn des Lebens? 

Panzer: Es gibt keinen. Im Leben muss man glücklich sein und Spaß haben. Wenn wir dann noch Energie übrig haben, sollten wir anderen helfen, auch glücklich zu sein. Ich glaube, mehr ist es nicht.

Von Jürgen von Polier 

Zur Person

Paul Panzer ist eine Kunstperson, die Komiker Dieter Tappert erdacht hat. Der 43-Jährige wuchs in Nörvenich (Nordrhein-Westfalen) auf. Er hat eine abgeschlossene Schweißerlehre sowie Musik und Medienpädagogik studiert. Tappert ist verheiratet und hat einen Sohn. In seiner Freizeit betreibt er eine Metallwerkstatt, in der er „schweißt, bohrt, flext und schneidet".

Paul Panzer: Freitag (20 Uhr) Lokhalle Göttingen, 7. (20 Uhr) und 8. Februar (19 Uhr) Stadthalle Kassel, Tickets beim HNA-Kartenservice: 0561/203-204.

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