Besucher bewerten die Innenstadt gut

Interview: Pro-City-Geschäftsführerin zur Umfrage

Innenstadtmanagerin: Frederike Breyer. Foto: nh

Göttingen. Über die Bedeutung der Umfrage-Ergebnisse „Vitale Innenstädte 2016" sprachen wir mit Frederike Breyer, Geschäftführerin der Pro City GmbH.

Frau Breyer, ist Göttingens Innenstadt nun toll oder nicht?

Frederike Breyer: Sie kommt bei den befragten Besuchern besser weg als der Durchschnitt aller 121 untersuchten deutschen Städte. Göttingen hat ganz klare Stärken, einen etablierten Einzelhandel, ein breites Angebot und dazu eine attraktive Stadt mit gut bewerteter Gastronomie.

Was ziehen Sie als Vertreterin vieler Innenstadthändler aus der Studie?

Breyer: Nun, überraschend sind die Ergebnisse meist nicht. Aber jetzt haben wir einiges Schwarz auf Weiß, was vorher nur vermutet oder subjektiv beurteilt worden war. Die Ergebnisse liefern uns eine Grundlage, um weiter und gemeinsam mit der Stadt, Universität und anderen Akteuren Projekte für die Zukunft zu entwickeln.

Die Innenstadt muss also aufgewertet und attraktiver werden?

Breyer: Ja. Wir dürfen nicht stehenbleiben, müssen aber auch unsere Stärken ausbauen und die Schwächen beheben.

Apropos Schwächen: Die befragten Kunden kritisieren die Parkmöglichkeiten, die nichtssagende Ausschilderung und die schlechte Erreichbarkeit mit dem Auto...

Breyer: Ein ernstes Problem: Denn so werden Kunden davon abgebracht, die Innenstadt zu besuchen. Wie sollen sie denn kaufen, wenn sie keinen Parkplatz finden?! Wir benötigen in Göttingen ein intelligentes Parkleitsystem. Da ist die Politik gefordert. Aber: Es fehlen auch Fahrradabstellplätze. Immerhin kommen sehr viele mit dem Fahrrad in die City, weit mehr als in vergleichbar großen Städten. Und: Über den öffentlichen Nahverkehr muss auch gesprochen werden.

Immer mehr Kunden wünschen sich auch kostenloses W-Lan Ist das wichtig?

Breyer: Ja, ein durchgehend verfügbares freies W-Lan ist für viele sehr wichtig, denn sie wollen nicht immer neue Netze und Passwörter eingeben müssen. Da herrscht Nachholbedarf - auch in der Universitätsstadt Göttingen. Ich denke, da muss und wird in den nächsten Jahren etwas passieren.

Was müssen denn die Händler und die Stadtverwaltung daraus lernen?

Breyer: Ein Trend wird nun auch mit Zahlen belegt: Mehr als 20 Prozent der befragten Besucher geben an, verstärkt online einzukaufen und die Stadt seltener zum Einkaufen zu besuchen. Da müssen die Alarmglocken läuten. Die Händler müssen wissen, ihre Kunden nutzen immer mehr das Internet, zur Information vor dem Einkauf oder gar zum Online-Shoppen. Darauf muss man sich mit entsprechenden Angeboten und Marketingmaßnahmen einstellen.

Ich habe mich jedenfalls darüber gefreut, dass bei der Präsentation der Ergebnisse im Ratssaal zahlreiche Politiker und Entscheidungsträger dabei waren, wie Oberbürgermeister Köhler und Stadtbaurat Dienberg. Man spürt: Die Innenstadt ist vielen Göttingern wichtig - das ist gut so.

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