IS-Terror: Die Göttinger Polizei setzt auf Prävention

Glaube oder Extremismus? So lautet der Titel einer aktuellen Broschüre des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Foto: dpa

Göttingen. Im Kampf gegen Islamismus setzt die Polizei auf Prävention. Hintergrund ist der Verdacht, dass ein Göttinger an einem Selbstmordanschlag des IS beteiligt war.

Derzeit wird der Fall, der sich im Nordirak abspielte, von der Staatsanwaltschaft in Hannover geprüft.

Zentraler Baustein der Vorbeugungsarbeit in Südniedersachsen ist ein Medienpaket – unter anderem mit einem Video. Das machte Polizeipräsident Uwe Lührig deutlich. Darin wird über die Gefahren aufgeklärt. Außerdem sollen damit Schüler sowie Lehrkräfte gleichermaßen für das Thema sensibilisiert werden.

Um das Angebot in der Region bekannt zu machen, gab es im März eine Veranstaltung in Göttingen. 94 Teilnehmer von Schulen, Stadt, Landkreis und Jugendeinrichtungen ließen sich dabei vom Landeskriminalamt informieren. Eine weitere Veranstaltung soll es noch in diesem Jahr geben.

Außerdem wurden in allen Polizeiinspektionen Mitarbeiter benannt, die sich besonders mit Präventionsmöglichkeiten politisch moitivierter Kriminalität befassen. Bereits seit vielen Jahren findet ein gemeinsamer Dialog zwischen Polizei und muslimischen Organisationen statt, betont die Spitze der Polizeidirektion Göttingen.

Uwe Lührig

Polizeipräsident Uwe Lührig: „Die Polizei legt großen Wert auf guten Kontakt zu allen gesellschaftlichen Gruppen. Auch unter dem Eindruck von Einzelsachverhalten dürfen Muslime nicht unter Generalverdacht gestellt werden.“ Ein stetiger und vertrauensvoller Dialog sei für die Polizei von großer Bedeutung.

Bereits 2012 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein „Beratungsnetzwerk Radikalisierung“ geschaffen. Es steht allen offen. Hintergrund: Oftmals merken Angehörige, Freunde oder Lehrer, wenn sich junge Leute verändern oder gar radikalisieren. Bei dem Netzwerk gibt es frühzeitig Rat und Unterstützung. Weitere Informationen kann man zudem von der „Präventionsstelle Politisch Motivierte Kriminalität“ des Landeskriminalamtes Niedersachsen im Internet bekommen.

Kontakt: Beratungsnetzwerk Radikalisierung, Tel. 05 11/70 05 20 40. Weitere Informationen gibt es hier.

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