54 Ermittlungsverfahren statt 77 im Jahr 2013

Italienische Mafia spielt keine Rolle – aber Rockergruppen im Fokus

Göttingen. Die Organisierte Kriminalität (OK) in Niedersachsen ist 2013 zurückgegangen. Die Entwicklung läuft damit gegen den Trend in ganz Deutschland. Aber: Niedersachsen hat nach Nordrhein-Westfalen und Bayern die meisten Ermittlungsverfahren.

Dem Lagebericht des Bundeskriminalamtes zufolge sank die Zahl der Ermittlungsverfahren in Niedersachsen 2013 auf 54. Im Jahr zuvor waren es dem Landesinnenministerium zufolge noch 77 gewesen.

„Im Unterschied zu den OK-Verfahrenszahlen im Bund ist die Anzahl der OK-Verfahren in Niedersachsen im Vergleich zu 2012 rückläufig“, meldet das Innenministerium in Hannover.

Entgegen der bundesweiten Gesamtentwicklung seien auch bei der Art der Delikte organisierter Verbrecherbanden Abweichungen festzustellen. So seien zum Beispiel die Aktivitäten italienischer Mafiagruppen kein Schwerpunkt im Land.

Mit im Fokus der Fahnder in Niedersachsen stehen auch Rockergruppen wie die Hells Angels oder die Bandidos. Schmuggel, Schutzgelderpressung, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel, Wirtschaftskriminalität, Cybercrime oder Förderung der Prostitution gehören zu den Aktivitäten der Verbrecherbanden.

Nach einer Definition der Justiz- und Innenminister haben die OK-Banden gewerbliche oder geschäftsähnliche Strukturen und versuchen häufig, Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Verwaltung zu nehmen. Abtrünnige, unliebsame Zeugen oder Konkurrenten werden erpresst und manchmal auch ermordet, um sie zum Schweigen zu bringen.

Für 2012 bezifferte das Bundeskriminalamt den materiellen Schaden durch die Organisierte Kriminalität in Deutschland auf 1,1 Milliarden Euro. (lni/tko)

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