Unterschriften an Bürgermeister übergeben

Protest gegen Versiegelung: „Bei einer Asphaltoberfläche wird das hier zur Rennstrecke"

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Bürgerinitiative Radweg Brauweg: (von links) Nele Müller, Erik Kleinfeldt und Renate Grandt mit der Unterschriftenliste, die sie Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler überreichten. 

Göttingen. Zuerst hatten sie die Asphaltierungsarbeiten blockiert. Nun geht der Protest einer Bürgerinitiative gegen die Versiegelung eines Weges in Göttingen in die nächste Runde.

In Kürze soll mit der Asphaltierung des Fuß- und Radwegs zwischen Jahnstraße und Freibad Brauweg in Göttingen begonnen werden. Am Dienstag überreichten Mitglieder einer Bürgerinitiative, die sich gegen die Versiegelung des Weges ausspricht, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler eine Liste mit 2000 Unterschriften von Göttingern, die ebenfalls dagegen sind.

Bereits Mitte Juni hatten Anwohner durch eine Blockade den Beginn der Asphaltierungsarbeiten verhindert. Das verursachte Kosten von 4600 Euro. Im Anschluss hatte sich die Bürgerinitiative gebildet, die damit argumentiert, dass in der heutigen Zeit viel eher Entsiegelung als Versiegelung angesagt ist. Zudem befürchten die Gegner, dass es bei einer Asphaltierung und der geplanten Verbreiterung des Weges von derzeit zwei auf dann 2,50 Meter zu Konflikten zwischen den verschiedenen Nutzern des Weges kommt. Bislang sind dort Radfahrer wegen der Schotteroberfläche und der Enge eher langsam unterwegs.

„Bei einer Asphaltoberfläche wird das hier zur Rennstrecke für Radfahrer“, sagt Erik Kleinfeldt, der die Unterschriftenliste zusammen mit Nele Müller und Renate Grandt ins Neue Rathaus brachte. Kollisionen zwischen den Radfahrern und Familien oder Senioren, die den Weg ebenfalls nutzen, seien programmiert. Bürgerinitiative und Anwohner fordern daher statt einer Teerauflage eine natürliche Wegdecke wie die um den Kiessee, die auch Rollifahrern keine Steine in den Weg legt. Zudem setzen sie sich für weitere Zonen der Entschleunigung anstatt immer mehr Flächenversiegelung nicht nur in der Südstadt ein und fordern mehr Aufenthaltsqualität durch das Aufstellen weiterer Bänke.

„Ich finde es gut, wenn Menschen sich bewusst mit ihrem Umfeld auseinandersetzen“, lobte Bürgermeister Köhler, der sich viel Zeit für ein Gespräch mit den BI-Mitgliedern nahm. „Dennoch werden wir an unserem Plan festhalten.“ Als Begründung führte er an, dass bei den Planungen die Ergebnisse eines öffentlichen Beteiligungsprozesses berücksichtigt worden seien.

Verträge sind unterschrieben

„Der Rat musste dann abwägen und hat sich dafür entschieden, dem ausgearbeiteten Plan zu folgen“, so Köhler. Nachdem alle Verträge unterschrieben und die Aufträge verteilt seien, habe man nun keine Möglichkeit mehr, daran etwas zu ändern.

Köhler versprach aber, die Verbesserungsvorschläge der BI-Mitglieder zu prüfen. Einer davon sieht vor, einen Übergang zu schaffen, der es Radfahrern ermöglicht, problemlos vom neuen Weg auf den in Teilen parallel verlaufenden Brauweg zu kommen und diesen im weiteren Verlauf zu nutzen. 

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