250 Jahre Theologisches Stift der Universität Göttingen

Theologisches Stift: Die Einrichtung besteht seit 250 Jahren. Das wird am Wochenende gefeiert. Foto: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Seit 250 Jahren bietet das Theologische Stift der Universität Göttingen Studentinnen und Studenten aus aller Welt günstigen Wohnraum und eine lebendige, selbstverwaltete Hausgemeinschaft.

Gegenwärtig leben und studieren rund 35 angehende Theologen im Stift, das an der Geiststraße 9 zu finden ist. Sie kommen aus verschiedenen christlichen Kirchen und mehreren Ländern.

Rund 30 Prozent Studierende aus dem Ausland vermitteln eine internationale Atmosphäre und verbreiten ökumenische Ausstrahlung in den historischen Räumen. In den vergangenen Jahren lebten junge Menschen aus Ungarn, Moldawien, Rumänien, Armenien, Italien, der Schweiz, Skandinavien, Togo, Taiwan, Japan, Korea, Brasilien und den USA im Stift.

Die Bewohner zahlen lediglich die Wohnnebenkosten sowie eine Pauschale für die täglichen gemeinsamen Mahlzeiten und die wöchentlichen Gemeinschaftsveranstaltungen. So kann das Stift Studierenden aus unterschiedlichen sozialen Schichten günstigen Wohnraum bereitstellen. Im Gegenzug wird Engagement für die Hausgemeinschaft erwartet. „Das Stift bietet Studierenden unterschiedlicher Herkunft die Möglichkeit, in einer besonderen Gemeinschaft zu leben, die enger ist, als ich es aus anderen Wohnheimen kenne“, erklärt Stiftsinspektor Dr. Heiko Wojtkowiak. „Für mich ist es jedes Semester aufs Neue beeindruckend, wie die einzelnen Studierenden ihre Talente in diese Gemeinschaft einbringen.“

1765 wurde das Theologische Stift mit dem Ziel gegründet, den akademischen Nachwuchs für das Fach Evangelische Theologie und den Pfarrberuf zu unterstützen. Seit 1859 bietet die Einrichtung auch Wohnraum für Studierende. Nach einer statischen Untersuchung musste das alte Stiftsgebäude am Stumpfebiel wegen Baufälligkeit im Jahr 1967 geräumt werden. Ein Teil der Studentenwohnungen wurde zwischenzeitlich ausgelagert. 1983 fand das Theologische Stift im alten Ernst-August-Hospital, einem 1850 errichteten klassizistischen Putzbau in der Göttinger Geiststraße, einen neuen Standort.

Der Umbau des Gebäudes, das zuvor als pharmakologisches Institut der Universität gedient hatte, wurde durch die lutherischen Kirchen der Konföderation der nordwestdeutschen Kirchen mit über einer halben Million Mark unterstützt. Die Theologische Fakultät gab den Landbesitz der Waisenhausstiftung in die Finanzierung ein. Im Oktober 1982 wurde das Theologische Stift am neuen Sitz an der Geiststraße mit einem Festakt eingeweiht.

www.uni-goettingen.de

Uni und Stift feiern am Wochenende gemeinsam

Universität und Stift feiern das 250-jährige Jubiläum am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Mai. Das Programm beginnt am Samstag um 10 Uhr in der Paulinerkirche.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sprechen Grußworte. Im Anschluss referiert der ehemalige Stiftsinspektor Prof. Dr. Dieter Korsch zum Thema: „Religion der Freiheit erleben und gestalten: Über theologische Bildung im Theologischen Stift“. Anschließend ist ein Empfang im Theologischen Stift vorgesehen.

Am Sonntag wird Landesbischof Ralf Meister um 11.30 Uhr einen Festgottesdienst in der Universitätskirche St. Nicolai feiern. (zkb)

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