Deutlich weniger Arbeitslose

Jahresbilanz der Arbeitsagentur Göttingen: Quote lag unter sechs Prozent

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Klaus Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit

Göttingen. Der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen hat sich im abgelaufenen Jahr prächtig entwickelt. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresschnitt mit 5,9 Prozent erstmals unter sechs Prozent.

2016 lag der Durchschnittswert bei der Arbeitslosenquote noch bei 6,1 Prozent. Auch die absolute Zahl der Arbeitslosen ging zurück: Sie sank um 2,6 Prozent auf durchschnittlich etwa 14.000. Diese positive Bilanz zog am Dienstag Klaus Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit.

Besonders einzelne Berufszweige profitieren vom Aufschwung in der Region. Dazu gehören beispielsweise die Altenpfleger. Ein Bewerber kann sich derzeit zwischen fünf offenen Stellen entscheiden. Ebenfalls beste Chancen gibt es für Bewerber in folgenden Berufszweigen: Mechatronik- und Automatisierungstechnik, Klempnerei, Heizung-, Sanitär und Klimatechnik, Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienste, Geburtshilfe sowie Medizin-, Orthopädie- und Reha-Technik.

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur aus der Region mehr als 16 000 offene Stellen gemeldet, ein Plus von fast zehn Prozent im Vergleich zu 2016. Wie gut die Chancen für Bewerber sind, sieht man an folgender Entwicklung: Inzwischen dauert es in einem Drittel der Fälle länger als drei Monate, bis eine sozialversicherungspflichtige Stelle besetzt ist.

Nicht alle profitieren

Doch nicht alle Arbeitslosen profitieren nach Darstellung von Agenturchef Gläser von der guten Entwicklung, weil bei etwa 77 Prozent der Angebote ausschließlich Fachkräfte gesucht werden. Mit Blick auf die vorhandenen Qualifikationen der Arbeitssuchenden sagt Gläser: „Nur 46 Prozent der Arbeitslosen kommen für die Fachkräfte-Jobs in Frage.“

Klaus Gläser, Chef der Göttinger Agentur für Arbeit

Für das neue Jahr geht die Agentur für Arbeit von einer ähnlich guten Entwicklung aus: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert für Südniedersachen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von 4,3 Prozent und bei der Beschäftigungsentwicklung ein Wachstum von 1,2 Prozent. Aufgrund des Branchenmix in der Region dürften davon insbesondere die Bereiche Gesundheitswesen, Erziehung und Unterricht, Pflegeberufe, Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau sowie Leiharbeit profitieren.

Es gibt noch eine positive Entwicklung, die gleichzeitig dunkle Wolken am Horizont für die Unternehmen bedeuten: Fast jeder fünfte der 172.000 Beschäftigten in Südniedersachsen ist 55 und älter. Vor zehn Jahren lag diese Quote noch bei knapp 12 Prozent. Das bedeutet gleichzeitig, dass für etwa 30.000 Arbeitnehmer in den kommenden zehn Jahren Ersatz gefunden werden muss – bei abnehmender Bevölkerungszahl.

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