Jahrestag der Atombombenabwürfe

70 Jahre nach Hiroshima: In Göttingen wurde der Opfer gedacht

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Gedenken an den Bombenabwurf vor 70 Jahren: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler legte einen Blumenkranz auf dem Hiroshima-Platz nieder.

Göttingen. Die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki jähren sich 2015 zum 70. Mal.

„Daraus wurde scheinbar wenig gelernt, denn wir haben immer mehr Atommächte“, mahnte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei einer Gedenkstunde am Donnerstag.

„Der Kampf gegen die Atomwaffen hat in Göttingen eine lange Tradition“, sagt Köhler und erinnerte dabei an die „Göttinger Achtzehn“. 18 hochangesehenen Atomforscher aus der Bundesrepublik, darunter die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg, hatten sich 1957 im Göttinger Manifest gegen das atomare Aufrüsten der Bundeswehr ausgesprochen. „Durch die zahlreichen Krisenherde weltweit sind die Gefahren durch Atomenergie weiter gestiegen und Ereignisse wie Fukushima zeigen, dass auch eine friedliche und zivile Nutzung unzählige Gefahren birgt und unerträgliche Folgen hat“, warnte der Oberbürgermeister. Er begrüßte den Abschied von der Atomenergie in Deutschland, bedauerte aber auch, dass der Entschluss so lange auf sich warten ließ. „Erst musste die atomaren Katastrophe in Fukushima geschehen.“

In Göttingen Gedenken an Hiroshima

Zuvor hatte Köhler auf dem Hiroshimaplatz vor dem Göttinger Neuen Rathaus ein Blumengesteck niedergelegt und der 200.000 Opfer gedacht, die der damalige Bombenabwurf bis heute gefordert hat. Auf dem Hiroshimaplatz steht ein japanischer Kirschbaum als Symbol für das asiatische Land. An dessen Fuß findet sich ein Gedenkstein mit den Worten „Fukushima 2011... nicht vergessen“.

Ebenfalls gegen Atomenergie mahnten Mitglieder der Anti-Atom-Initiative Göttingen. „Nur eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie könne eine friedliche sein“, sagt Atomkraftgegnerin Ute Simmerling. Sie wies auch auf die vorbereitete Klage gegen das Atomkraftwerk Grohnde hin, für die die Initiative Spenden sammelt.

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