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Jede Menge Unterstützung für den Alltag von Göttinger Mitarbeiterinnen

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Von: Hannah Köllen

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Sie unterstützen Menschen in Göttingen in vielfältigen: Simone Spiegelhoff (von links), Nicole Wolff, Lisa Maihöfer, Isabell Fischbach und Maria Springer riefen den Verein „Bertaz“ ins Leben.
Sie unterstützen Menschen in Göttingen in vielfältigen: Simone Spiegelhoff (von links), Nicole Wolff, Lisa Maihöfer, Isabell Fischbach und Maria Springer riefen den Verein „Bertaz“ ins Leben. © Hannah Köllen

Viele Menschen benötigen Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags. Dabei wollen die Mitarbeiterinnen von Bertaz aus Göttingen helfen.

Göttingen – Ob Behördengänge, Haushaltshilfe, Freizeitgestaltung oder Begleitung zu Arztterminen: Menschen aus Stadt und Landkreis Göttingen, die Unterstützung im Alltag benötigen, erhalten diese seit Kurzem von den Mitarbeiterinnen der Bertaz gGmbH.

Die fünf pädagogischen Fachkräfte Simone Spiegelhoff, Lisa Maihöfer, Isabell Fischbach, Maria Springer und Nicole Wolff gründeten zu Anfang Oktober den gemeinnützigen Verein Bertaz. Der Name des Vereins steht für die Schlüsselbegriffe „Begleiten, Erleben, Respekt, Toleranz, Authentizität und Zukunft“.

Unterstützung für Menschen mit psychischer Erkrankung

„Wir bieten qualifizierte ambulante Assistenz für Menschen mit psychischer Erkrankung, geistiger oder körperlicher Beeinträchtigung an“, sagt Gründerin Simone Spiegelhoff.

Bei ihrer Arbeit sei ihnen besonders wichtig, die Betreuung auf jeden ihrer Klienten individuell anzupassen, ergänzt ihre Kollegin Nicole Wolff.

Hilfeplan wird gemeinsam erarbeitet

„Wir erstellen mit jedem Klienten gemeinsam einen Hilfeplan. Darin wird geklärt, welche Art von Unterstützung benötigt wird und in welchen Bereichen wir auch tatsächlich helfen können“, sagt Lisa Maihöfer. Viele Klienten etwa würden davon ausgehen, dass die Mitarbeiterinnen ihnen eine Wohnung zur Verfügung stellen können. „Das machen wir nicht, aber wir unterstützen bei der Wohnungssuche“, sagt Lisa Maihöfer. Stadt oder Landkreis Göttingen – je nachdem, wo der Klient wohnt – müssen dann den Antrag bewilligen, sie finanzieren die Assistenz. Die Bewilligung gilt immer für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung.

Jede Mitarbeiterin betreue aktuell bis zu acht Klienten. Pro Klient seien wöchentlich durchschnittlich fünf Stunden Assistenz eingeplant. Weitere Klienten könnten jedoch noch angenommen werden. „Wir streben für unseren Verein ein gesundes Wachstum an“, sagt Simone Spiegelhoff. Vielleicht würden in der Zukunft auch weitere Mitarbeiter benötigt, denn: „Der Bedarf in unserem Bereich ist riesig“, sagt Maria Springer.

Quintett arbeitet seit Jahren zusammen

Die fünf Frauen arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. „Wir wollten uns in dem Bereich, in dem wir arbeiten, selbstständig machen“, erklärt Simone Spiegelhoff den gemeinsamen Schritt in die Selbstständigkeit. „Da wir uns vorher bereits gut kannten, wussten wir, dass wir gut als Team funktionieren würden. Wir haben alle dieselbe Arbeitsmoral“, sagt Isabell Fischbach.

Jede der Frauen besitzt einen Hund und die kommen auf Wunsch auch gerne mit zu den Terminen mit den Klienten. Die Anwesenheit eines Tieres sei in vielen Fällen hilfreich, sagt Spiegelhoff.

Buntes Feld an Diagnosen

Oftmals würden ihnen Psychiatrien, Erziehungsberatungsstellen oder Schulen Menschen mit Unterstützungsbedarf vermitteln. „Das Feld der Diagnosen ist bei uns sehr bunt gemischt. Es kommen Menschen mit Burnout, Depressionen oder auch mit Migrationshintergrund“, sagt Isabell Fischbach. Eine psychische Erkrankung könne jeden treffen. „In den meisten Fällen kann das private Umfeld das nicht auffangen, was eine professionelle Betreuung notwendig macht“, sagt Maria Springer.

Primäres Ziel ihrer Arbeit sei es, die Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen – im besten Fall irgendwann ohne externe Unterstützung. Oftmals gehe es bei ihren Terminen darum, dass die Klienten grundsätzliche Dinge des Alltags zu bewältigen lernen. „Wenn ein Klient zum Beispiel den Wunsch äußert, in eine eigene Wohnung zu ziehen, dann muss er erst einmal wissen, wie er sich richtig ernährt, wie man kocht und sinnvoll einkaufen geht“, sagt Lisa Maihöfer. Grundsätzlich seien alle Menschen ab 18 Jahren willkommen, die das Gefühl haben, Hilfe zu benötigen. Eine Begleitung von Menschen mit primären Suchterkrankungen schließt das Team jedoch aus.

Weitergehende Pläne von Bertaz

Da Bertaz ein gemeinnütziger Verein ist, müssen alle möglichen Gewinne reinvestiert werden. Hierfür haben die fünf Frauen bereits Pläne: „Unser Wunsch ist es, in Zukunft unser Freizeitangebot noch auszubauen. Wir haben beispielsweise Klienten, die noch nie in ihrem Leben am Meer waren. Ihnen das mal zu ermöglichen, wäre toll“, sagt Nicole Wolff. Hierfür freut sich der Verein auch jederzeit über Spenden. Weitere Infos gibt es hier sowie unter der Rufnummer Tel. 05 51/70 89 49 67. (Bernd Schlegel)

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