Improtheater

Jeden Abend ein anderer Toter beim Theater im OP

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Szenenbild aus „Ein Mord ohnegleichen“ im Theater im OP in Göttingen: (von links) Friederike Meyer als „Mary Ann Langfield“, Frederick Kleinwort als „Charles McDunham“ und Christina Elsner als „Rachel Rutherford“. 

Im August ist Abgabetermin für ihr Werk: Schriftstellerin nutzt die Besucher im ausverkauften Theater im OP, um die Geschichte für ihren Krimi weiterzuspinnen.

Wer Lust hat, einen Krimi zu schreiben, der kann ins Theater im OP (ThOP) gehen. In der Inszenierung „Ein Mord ohnegleichen“ im Rahmen der „Improv Summer Madness“ mit dem Göttinger Improtheater „Improsant“ können Schreiblustige einer Autorin zusehen, wie sie ihren Krimi konzipiert.

Mörder und Opfer nach dem Zufallsprinzip

Die Schriftstellerin (Regisseurin Beatriz Beyer) muss sich sputen. Schon im August hat sie Abgabetermin für den Krimi, doch über eine Exposition ist sie bislang nicht hinausgekommen. So nutzt sie die Besucher im ausverkauften ThOP, um ihre Geschichte weiterzuspinnen.

Zunächst stellt sie ihre sechs Rollen vor, dann lässt sie die Figuren mit Leben füllen. Wer ermitteln soll, dürfen die Zuschauer bestimmen. Nach dem Zufallsprinzip werden Mörder und Opfer festgelegt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Jurist Charles McDunham (Frederick Kleinwort) und Rachel Rutherford (Christina Elsner) wollen in ihrer Villa „Pigeon’s Nest“ endlich ihre Scheidung feiern. Dazu haben sie Gäste eingeladen.

Eine davon ist Sarah Short (Charlotte Kaletsch). Nach dem Mord wird sich der Schrebergarten-Fan als verdeckte Ermittlerin outen. Schon vorher fällt sie allen auf die Nerven, weil sie ständig Grammatikfehler korrigiert.

Schnapsbrennen, Affären und Strick-Ticks

Die Liebe zum Schnapsbrennen hat das Publikum dem Vater von McDunham, Alexander Mountbutton (Thius Vogel), mitgegeben. Für Elizabeth Bernstein (Lea Xenia Jöst) hat das Publikum einen Strick-Tick auf Lager. 

Zudem hatte sie eine Affäre mit dem Hausherrn. Trotzdem hat die Hausherrin sie eingeladen. Für den sowjetischen Geheimdienst KGB ist das Hausmädchen Mary Ann Langfield (Friederike Meyer) im Einsatz.

Schon die Zusammenstellung verspricht Unterhaltung. Bei einigen Ideen staunt sogar Beyer: So etwas hatte sie noch nie. Und dann der Mord mit einer Krawatte: Elizabeth Bernstein muss diesmal dran glauben. 

Wer es war, ermittelt Sarah Short. Motive findet sie für alle. Doch an diesem Abend ist das Hausmädchen schuldig. Sie liebt ihren Hausherrn. So räumt sie die „Affäre“ aus dem Weg, Die Noch-Ehefrau wird an ihrer statt verhaftet. Beim nächsten Mal gibt es einen anderen Täter.

Eine liebevolle Bühne

Liebevoll ist die Bühne eingerichtet. Anhand der Möbel wird schnell klar: Hier ist der Wintergarten, dort das Wohnzimmer. Die Darsteller bemühen sich genau und vielleicht etwas übertrieben, das Öffnen und Schließen der Türen mitzuspielen. 

Und wie im Krimi: Mit seiner Musik auf dem E-Piano unterstützt Lukas Liebig gekonnt die Stimmung.

Nach etwas mehr als zwei Stunden applaudiert das Publikum auch bei dem warmen Sommerwetter lang und begeistert. 

Weitere Vorstellungen von „Ein Mord ohnegleichen“ jeweils um 20.15 Uhr:

  • Freitag, 26.7.
  • Mittwoch, 31. Juli, 
  • Freitag, 2. August 

Karten können unter Tel. 0551/397077 reserviert werden. Weitere Informationen gibt es im Internet.

thop.uni-goettingen.de

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