Jetzt ist klar: Ehemaliges IWF wird Flüchtlingsunterkunft

Wird mindestens drei Jahre zur Flüchtlingsunterkunft: Das ehemalige Gelände des Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg in Göttingen. Die Realisierung einer neuen Wohnbebauung hatte sich zuvor nicht schnell realisieren lassen. Foto: Kopietz

Göttingen. Ab Oktober dieses Jahres werden Flüchtlinge im Gebäudekomplex Nonnenstieg 72 im Göttinger Ostviertel eine Unterkunft finden.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt Göttingen hat das Projekt am Montagabend einstimmig auf den Weg gebracht. Der Mietvertrag ist zunächst auf drei Jahre befristet und umfasst etwa 4.000 Quadratmeter im Hauptgebäude des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF), das seit drei Jahren leer steht.

Über eine Mietvertraglaufzeit-Verlängerung um maximal weitere zwei Jahre wolle man rechtzeitig verhandeln.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass dort etwa 150 Flüchtlinge Platz finden. Sie sollen überwiegend in Doppelzimmern wohnen. Einige, wenige Räume werden für die Unterbringung von Einzelpersonen und Familien genutzt werden.

Sozial-, Gemeinschafts-, Sanitär- und Kochräume werden in ausreichender Zahl vorhanden sein. Deshalb muss auch noch umgebaut werden: 300.000 Euro sind dafür eingeplant. Das meiste Geld wird der Einbau von Sanitäreinrichtungen kosten.

Die Betreiberschaft für die Flüchtlingsunterkunft werde sofort ausgeschrieben, nachdem der Beschluss des Verwaltungsausschusses die Unterzeichnung eines Mietvertrages ermöglicht hat, teilt die Stadtverwaltung mit.

Das Flüchtlingswohnheim im ehemaligen IWF-Gebäude stößt in der Bevölkerung des Wohnviertels auf positive Resonanz. So hat sich bereits eine Initiative von Bürgern gegründet, die den Flüchtlingen nach dem Einzug mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Kürzlich gab es auch eine Informationsveranstaltung, bei der Erfahrungen in der Arbeit mit Flüchtlingen ausgetauscht wurden.

Das in großem Stil vor zwei Jahren vorgestellte und dann vertagte Wohn-Projekt der EBR-Planungsgesellschaft aus Göttingen liegt damit vorerst auf Eis. Aus dem Sinn ist es den Planern aber noch nicht. Sie wollen in Zukunft auf dem Gelände hochwertiges Wohnen in Mehrfamilienhäusern anbieten.

Die Stadt Göttingen erwartet noch in diesem Jahr die Zuweisung von etwa 600 weiteren Flüchtlingen. Eine zweite große Unterkunft für bis zu 180 Personen im Wohngebiet auf den Zietenterrassen soll Anfang September 2015 bezugsfertig sein.

Dort wird für 4,5 Millionen Euro ein temporäres Wohnheim gebaut, das später wieder abgebaut werden kann und soll.

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