Nicht mehr nur Printjournalismus

Journalistische Praxis an der Uni wird multimedial

Multimediales Programm: Vizepräsidentin Ruth Florack freute sich mit medienbegeisterten Studenten über die Erweiterung des Angebots der ZESS. Foto: Brüßler

Göttingen. Das Zertifikat „Journalistische Praxis“ soll die vorhandenen Angebote der Universität verknüpfen und das ehrenamtliche Engagement vieler Studenten bei einem der drei Campusmedien, Zeitung, Radio und Fernsehen honorieren. Dieses Angebot wird jetzt ums Digitale erweitert.

„Ich bin besonders stolz, dass die Idee zum Zertifikat aus den Reihen der Göttinger Studierenden kommt“, sagte Vizepräsidentin Ruth Florack bei der öffentlichen Vorstellung. Mit seiner Idee hatte Student Till Möller beim universitären Ideenwettbewerb 2013 den ersten Platz belegt.

„Wir sind der Meinung, dass man sich es nicht mehr leisten kann, nur journalistisches Schreiben und Printjournalismus zu lehren, deshalb haben wir das Programm multimedial ausgerichtet“, sagte Felix Pfeiffer von der Medienkompetenz der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) in Göttingen. Mit einem Basiskurs, verschiedenen Wahlpflichtmodulen, einem betreuten Praktikum bei einem der drei Campusmedien oder einem externen Medium, sowie dem Abschlussmodul wollen die Macher auf die veränderten Bedingungen im Berufsbild reagieren. „Letztendlich wollen wir dadurch die Chancen der Studierenden auf einen Job im Bereich Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit erhöhen“, so Pfeiffer.

Im Jahr 2000 war ein neunsemestrige Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Göttingen geschaffen worden. Bereits 2003 wurde seine Abwicklung beschlossen. Jetzt sollen die Angebote, die sich seitdem auf die Fakultäten verteilt haben, durch das Zertifikat für alle Studenten zugänglich werden. Dass das Zertifikat aber nur eine Erweiterung der Qualifikationen Studierender ist, wird besonders daran deutlich, dass das integrierte Praktikum nur 90 Pflichtstunden d umfassen soll. Realistische Einblicke in Redaktionsabläufe und eine Vorbereitung auf das Berufsfeld ist so nicht möglich.

Medienjournalist Daniel Bröckerhoff, den man vom NDR-Magazin ZAPP und dem Klub Konkret auf Eins plus kennt, schwor die interessierten Studenten in seinem Vortrag auf die Möglichkeiten des open journalism ein. „Interaktive Möglichkeiten etwa durch social media bieten sowohl für Journalisten, als auch für die Öffentlichkeit mehr input und output.“ Sein Tipp: Die Möglichkeiten und neuen Tools als Ergänzung zur klassischen journalistischen Arbeit nutzen, dabei darauf achten den Fokus nicht zu verlieren und authentisch und transparent zu arbeiten.

Das Zertifikatsprogramm soll in der Intensivkurszeit der nächsten Wintersemesterferien in die Praxis gehen, erklärte Pfeiffer. Noch variabel ist die Anzahl der Credits pro Modul, sowie die Titel der Kurse, die in den nächsten Monaten noch an die Prüfungsordnungen angepasst werden müssen. (zli)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.