Jugendliche Flüchtlinge lernen Deutsch in Integrationsklassen

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Deutsch für Flüchtlinge: Schulleiter Rainer Wiemann stellte das Sprach- und Integrationsprojekt vor. Die Gesichter der jugendlichen Flüchtlinge wurden unkenntlich gemacht. 

Göttingen. An der Göttinger Arnoldi-Schule (BBS I) können jugendliche Flüchtlinge ab sofort Deutsch lernen. Am Mittwoch wurde das Projekt vorgestellt.

Die Einrichtung der beiden neuen Sprach- und Integrationsklassen erfolgte im Rahmen des vom Land Niedersachsen im November vorgestellten „Sprach- und Integrationsprojektes“ (Sprint-Projekt). Dieses steht, anders als die bereits an Berufsbildenden Schulen geführten Sprachförderklassen, auch den nicht mehr schulpflichtigen Jugendlichen offen. Gleichzeitig bildet sie den Startschuss für ein Projekt, in dem Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule Wirtschaft gemeinsam mit denen der Sprach- und Integrationsklassen Unterrichtsinhalte mit Bezug zur konkreten Lebenswelt der Flüchtlinge gestalten und erarbeiten werden.

„Mit diesem Projekt wird es uns ermöglicht, in eigener Verantwortung regional abgestimmte Angebote mit dem Ziel zu gestalten, jugendliche Flüchtlinge möglichst schnell und intensiv mit der deutschen Sprache sowie unserem Kultur- und Berufsleben vertraut zu machen“, sagte BBS I-Leiter Rainer Wiemann. Er freue sich, dass die Arnoldi-Projektschüler in den kommenden Wochen Gelegenheit hätten, „die Flüchtlingssituation aus anderen Blickwinkeln zu betrachten“.

Landtags-Vizepräsidentin Gabriele Andretta betonte, dass das Sprint-Projekt „einen hohen Praxis- und Alltagsbezug“ habe. „Hier können die Teilnehmer lernen, einen Fahrplan zu lesen oder ein Formular auszufüllen, aber sie lernen auch die deutsche Kultur kennen“, sagte sie. „Und genau das ist der Grundstein für eine gelingende Integration.“ Den anwesenden Flüchtlingen gab Andretta ein Versprechen: „Sie alle mussten einen beschwerlichen und oft schmerzlichen Weg gehen, um zu uns zu kommen. Wir werden den weiteren Weg mit Ihnen zusammen gehen!“

Göttingens Kreisrat Marcel Riethig dankte Schulleiter Wiemann, dessen Kollegium und den Schülern, „einen wichtigen Beitrag zur Integration von jungen Flüchtlingen zu leisten“. Gleichzeitig wandte er sich mit der Bitte an die Landesregierung, noch mehr finanzielle Mittel für die Sprachförderung zur Verfügung zu stellen.

„Wir sind stolz, Teil der BBS I zu sein, die sich so stark für Integration von Flüchtlingen engagiert“, sagte Schülersprecher Sascha Krafczyk unter dem Beifall aller Anwesenden. „Hier an dieser Schule wird viel getan, damit alle die Herausforderungen unserer Zeit verstehen und ihren Teil dazu beitragen, diese Herausforderungen zu meistern.“ Das Projekt sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

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