Interessensvertretung sieht Ungerechtigkeiten im neuen Tarifsystem

Jugendparlament Göttingen will Gratis-Tickets und fordert Landesregierung auf

Verkehr in Göttingen
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Das Göttinger Jugendparlament fordert kostenfreie Schülerverkehrstickets.

Das Göttinger Jugendparlament fordert die Landesregierung dazu auf, kostenfreie Schülerverkehrstickets im Oberstufenbereich zu ermöglichen.

Göttingen – Allen Schülern, die außerhalb des 2,5-Kilometer-Radius wohnen, sollte es möglich sein, den öffentlichen Personennahverkehr entgeltfrei in Anspruch zu nehmen. Einen offenen Brief an den Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat das Jugendparlament geschrieben, denn trotz der Berücksichtigung dieses Punktes im Koalitionsvertrag der Landesregierung, habe sich nichts verändert.

In dem Brief fordert das Jugendparlament mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit: Jeder habe ein Recht auf Bildung, damit sich jedem eine aussichtsreiche Perspektive eröffnet. Um dieses Anrecht wahrnehmen zu können, müssten Hürden aus dem Weg geschafft werden. Außerdem könne ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz auf kommunaler Ebene geleistet werden, wenn mehr Schüler das Busangebot nutzen würden, heißt es in einer Mitteilung. Vor wenigen Tagen kam dann eine Antwort des Ministers: „Allerdings mit ausweichenden Formulierungen erhalten, die sich leider als Enttäuschung herausgestellt hat und vermuten lässt, dass die wirklichen Anliegen der Jugend für unseren Kultusminister keine Priorität haben“, heißt es von Seiten des Jugendparlaments.

Zusätzlich beschäftigt die Gruppe die Preise im VSN-Bereich. Zwar seien die Kosten seit Anfang des Jahres gesunken, doch gäbe es Ungerechtigkeiten im Bezug zur Fahrtlänge: Der Preisdeckel von fünf Euro verursache nämlich verhältnismäßig eine Preiserhöhung für einige Linien. Zum Beispiel koste es nun genauso viel, wenn eine Person über 14 Jahren von Göttingen nach Groß Schneen oder von Göttingen nach Duderstadt fährt. Während die Strecke nach Duderstadt durch die neue Regelung nur noch halb so teuer ist, spare man auf dem Weg nach Groß Schneen nur 20 Cent, obwohl diese Strecke deutlich kürzer sei. Außerdem fragen sich die Jugendparlamentarier, warum Kinder ab 14 als „Erwachsene“ klassifiziert werden. Es seien schließlich Jugendliche. Deshalb fordern sie eine eigene Fahrkarte für Jugendliche, die günstiger sein müsse als die Tickets für Erwachsene.

Doch das Jugendparlament möchte nicht nur kritisieren, sondern auch Pläne und Alternativen erarbeiten. Die Grundidee des „Fairtiq“-Modells, bei dem die Luftlinie den entscheidenden Faktor der Preiskalkulation darstellt, könne in einer angepassten Version auch für den Überlandverkehr verwendet werden. Diesen Luftlinientarif kann man in Südniedersachsen nur in den Stadtbussen der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) nutzen.

Im digitalen Zeitalter müsse es möglich sein, per App sein Ticket immer dabei zu haben und von einer variablen Preisgestaltung profitieren zu können, so das Jugendparlament. (Carolin Eberth)

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