Beeindruckende Literatur

Junge Autoren aus Südniedersachsen stellten im Jungen Theater Göttingen ihre Werke vor

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Im Jungen Theater in Göttingen: Jugendliche der Einbecker Goetheschule trugen im Rahmen der Schreibwerkstätten Lyrik vor.

Im Jungen Theater in Göttingen drehte sich am Dienstagvormittag alles um das Literarische Schreiben junger Menschen: Schüler präsentierten gut 150 Zuschauern einen Teil der Texte, die sie während des vergangenen Schuljahres im Rahmen der „Weltenschreiber-Schreibwerkstätten“ zu Papier gebracht haben.

Was hat es mit dem „Weltenschreiber“ auf sich? Seit März 2018 ist er Teil des Bildungsprogramms des Literarischen Zentrums Göttingen und verfolgt das Ziel, literarisches Schreiben im Deutschunterricht zu etablieren. Zentrales Element sind Werkstätten mit bekannten Autoren, die an Schulen unterschiedlicher Schulformen stattfinden.

Ganz konkret erproben Klassen gemeinsam mit Autoren das Schreiben, diskutieren, erkunden Textformen und gestalten eigene Geschichten und Sprachexperimente. Im Jungen Theater fanden sich die Texte ausgelegt auf Stühlen, an Luftballons hängend, als Ausstellung im Vorraum und manche Schüler trugen sie gar an ihren Körpern. Im Vordergrund standen allerdings die Lesungen der Autoren, die im Jungen Theater ihre verdiente Bühne erhielten.

Entstanden sind während des vergangenen Schuljahrs unter anderem Prosatexte und Lyrik zu vielfältigen Themen, die die Jugendlichen beschäftigen: persönliche Ärgernisse, Trennungen, Kennenlernen. Auch ernstere Themen wie das Verschwinden und der Umgang mit lebensgefährlichen Erkrankungen wurden behandelt.

Ein Vortrag von Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums stach während der Lesungen besonders hervor und verdeutlichte, mit welcher Akribie und Professionalität alle Jugendlichen das gesamte Schuljahr über an unterschiedlichen Textformen arbeiteten.

Der Text befasste sich mit dem Thema Abschiebung. Die Autorinnen versetzten sich eindrucksvoll in eine Person, die Deutschland verlassen muss, und in einen guten Freund, den sie während seines Aufenthalts kennengelernt hatte. Was macht das mit den beiden Freunden und ihrer Freundschaft? Wie nahe geht ihnen der Abschied? Passend zur Qualität erntete der Vortrag zum zeitgenössischen Thema seinen verdienten Applaus.

Im Raum Göttingen haben insgesamt fünf Klassen an den Schreibwerkstätten teilgenommen: das Otto-Hahn-Gymnasium mit Romanautorin Lena Gorelik, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule mit dem Slampoeten Dalibor Markovic, die KGS Gieboldehausen mit Sprachkünstler Arne Rautenberg, die Goetheschule Einbeck mit Lyrikerin Nadja Küchenmeister und die Georg-Christoph-Lichtenberg Gesamtschule mit der Roman- und Theaterautorin Léda Forgó.

Das ist der Weltenschreiber

Neben den Werkstätten gibt es im Rahmen von Weltenschreiber eine 18-monatige Fortbildung für Lehrkräfte zum Literarischen Schreiben. Unterstützt wird das Programm von den Kultusministerien Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen, VGH-Stiftung und Klosterkammer Hannover. Weitere Partner sind die Unis Hamburg, Rostock und Göttingen, die die Lehrkräftefortbildung begleiten. Im Deutschen Literaturarchiv Marbach werden die Autoren für den Unterricht geschult. Umgesetzt wird das Programm von Literaturhäusern in Stuttgart und Rostock sowie vom Literarischen Zentrum Göttingen.

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