Von Treskow inszeniert "Amerika"

Junges Theater begibt sich auf Identitätssuche à la Kafka 

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Der Oberkellner feuert Karl aus dem Hotel: Schauspieler des Jungen Theater Göttingen zeigen eine Szene des Stücks im, noch unfertigen, Bühnenbild.

Göttingen. Mit der Premiere von Kafkas Amerika startet das Junge Theater (JT) Göttingen am Freitag, 7. September, in die neue Spielzeit. Dafür konnte das JT den Regisseur Christian von Treskow gewinnen.

„Ich musste mich nicht lange überreden lasse, dass JT hat einen sehr guten Ruf“, erzählte von Treskow. Gemeinsam mit dem leitenden Dramaturgen Christian Vilmar entwickelte er eine eigene Bühnenfassung von Kafkas unfertigem Roman.

Dabei stützten sie sich nur auf Kafkas Werk und verwendeten keine Fremdtexte. Dabei spielte nicht nur das persönliche Interesse des Regisseurs für Kafkas Werke, sondern auch die noch heute große Bedeutung und Aktualität der Werke bei der Wahl des Stücks eine wichtige Rolle.

Das Stück handelt vom 16-jährigen Karl Rossmann, der nach Amerika flieht, um dort sein Glück zu finden. „Amerika verspricht Erfolg, Reichtum und Anerkennung. Karl begibt sich auf die Suche. Stolpert, fällt, steht auf. Er trifft auf Ungerechtigkeit, soziale Kälte und Armut. Er bleibt fremd. Seine letzte Chance sieht er im verheißungsvollen Theater von Oklahoma. Karl steigt in den Zug und es beginnt ein Fiebertraum von Kafkas Romanfragment“, heißt es in der Ankündigung. Von Treskows Fassung „zeigt einen Menschen in einem Land und einer Zeit voller gesellschaftlicher Umbrüche und Unwägbarkeiten“, heißt es weiter.

Bei der Umsetzung ließ sich von Treskow von der Schauspielmethode der „Biomechanik“ inspirieren. Diese Methode ist körperorientiert und soll die inhaltlichen Aspekte von Kafkas „Amerika“ betonen. „Die Form ist auch ein inhaltlicher Aspekt“, sagte von Treskow. Er übernimmt in dem Stück auch die Gestaltung des Bühnenbilds und der Kostüme.

Der, wegen Sanierungsarbeiten am Ottfried Müller Haus ursprünglich für Februar 2019 geplante, letztendlich aber doch auf September 2019 verschobene zeitweise Umzug des JT in das Gebäude der ehemaligen Voigt-Schule, hatte auf die Aufführung von „Amerika“ keine Auswirkungen, erklärte der Intendant Nico Dietrich.

„Wir mussten aber zwei kleiner Stücke in die nächste Spielzeit ab September 2019 verschieben und haben stattdessen noch ein anderes Stück mit in den Spielplan aufgenommen“, sagte er.

Die Premiere von Amerika beginnt am Freitag, 7. September, um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen sind am Dienstag, 11., Mittwoch, 19., und Dienstag, 25. September, sowie am Dienstag, 23. Oktober, jeweils ab 20 Uhr. Karten gibt es telefonisch im JT unter 05 51/ 49 50 15 und per E-Mail an kasse@junges-theater.de.

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