Roman wird zum Theaterstück

Junges Theater Göttingen führt Goethes „Wahlverwandtschaften“ auf

Szenisches Spiel mit Licht und Schatten: Jaqueline Sophie Mendel (Charlotte) und Michael Johannes Meyer (Eduard) bei der Probe.
+
Szenisches Spiel mit Licht und Schatten: Jaqueline Sophie Mendel (Charlotte) und Michael Johannes Meyer (Eduard) bei der Probe.

Hoffnung, Leidenschaft, Liebe, Liebeskummer, Verlust und Herzschmerz. In seiner neuesten Inszenierung „Die Wahlverwandtschaften“ vereint das Junge Theater Göttingen eine Vielzahl von Emotionen.

Göttingen – Nach dem Roman von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1809 erzählen Regisseur Stephan Schäfer, Dramaturg Christian Vilmar und Intendant Nico Dietrich die Geschichte rund um ein gesellschaftliches Experiment mit tödlichem Ausgang. In einer modernen Fassung, gespickt mit Goethes Originaltexten durch einen Erzähler.

Für die Inszenierung in zwölf Szenen habe man sich unter anderem entschieden, weil sie sich auch in Corona-Zeiten gut auf die Bühne bringen ließe, erklärt Regisseur Stephan Schäfer. Nur vier Schauspieler stehen auf der Bühne: Jacqueline Sophie Mendel, Jennifer Quast, Michael Johannes Mayer und Jan Reinartz. Mehr dürften es momentan auch nicht sein, die Größe von Bühne und Saal lassen nur eine begrenzte Zahl von Schauspielern und Zuschauern zu. Etwa 40 Personen dürfen momentan zuschauen. Dies sei abhängig davon, ob Einzelpersonen kommen oder Gruppen, die im selben Haushalt leben, so Vilmar. Denn Paare oder Familien dürften näher zusammen sitzen und so würden mehr Zuschauer in den Saal passen. Aber egal ob einzeln oder gemeinsam, Christian Vilmar empfiehlt, sich die Tickets in jedem Fall im Vorfeld über die Theaterkasse des Jungen Theaters zu sichern.

Vor der Premiere: Christian Vilmar (Dramaturgie), links, und Stephan Schäfer (Regisseur) beim Pressegespräch.

Ursprünglich ist der Roman „Die Wahlverwandtschaften“ nicht als Theaterstück angelegt. Das Junge Theater bedient sich für seine Inszenierung einer Fassung von Stefan Bachmann und Lars-Ole Walburg, die auf die zentralen vier Rollen des Stücks zurechtgeschnitten wurde. Als „Ein Hin und Her der Gefühle“, beschreibt Vilmar die Bühnenfassung: „Elemente ziehen sich an, stoßen sich ab und gehen neue Verbindungen ein“. Es sei eine Art Experiment, eine Laborsituation, die das Gezeigte analysiert. Den Zuschauer erwartet eine moderate Kulisse, dafür aber ein umso intensiveres Schauspiel.

Zur Geschichte: Charlotte und Eduard bekommen Besuch in ihrer Eheidylle: Eduards alter Freund Hauptmann Otto und Charlottes junge Nichte Ottilie. Und sehr schnell werden die scheinbar gefestigten Emotionen heftig durcheinandergeschüttelt: Charlotte verliebt sich in Otto, Eduard in Ottilie. Keiner weiß mehr, was richtig ist: Hingabe oder Enthaltsamkeit? Zählt das Herz oder die bürgerliche Moral? Die körperliche Anziehung oder das Lebenskonzept? Die Wahrheit oder die Lüge? Die Erotik oder die Vernunft? Goethe lässt in seinem Skandalroman vier unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen und miteinander reagieren. Ein gesellschaftliches Experiment um Zusammenleben, Beziehungen und Liebe mit tödlichem Ausgang. (hbk)

Tickets und Termine

Die Premiere am Samstag, 24. Oktober, ist bereits ausverkauft. Für die folgenden vier Aufführungen gibt es noch Karten: Freitag, 6. November, Samstag, 28. November, Montag, 21. Dezember und Dienstag, 22. Dezember, jeweils um 20 Uhr. Karten sind erhältlich an der Theaterkasse des Jungen Theaters, Bürgerstraße 15, telefonisch unter 05  51/49  50  15 oder per E-Mail unter kasse@junges-theater.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.