Spielzeit 2021/22

Junges Theater Göttingen kommt mit rockiger Musikshow in die Lokhalle

An einem alt wirkenden Steingebäude hängt ein großer Banner.
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Das Junge Theater ist in der Sommerpause. (Archivfoto)

Sommerpause beim Jungen Theater Göttingen. Zeit für ein Resümee der abgelaufenen Spielzeit unter Pandemie-Bedingungen. Und für einen Ausblick auf kommende Premieren 2021/22.

Göttingen - Das Junge Theater verabschiedet sich in die Sommerpause. Vor der Auszeit durfte ein Fazit der abgelaufenen Spielzeit jedoch nicht fehlen. Und das fiel sogar positiv aus: JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka und Intendant Nico Dietrich zeigten sich zufrieden mit dem, was man unter den Bedingungen der Corona-Pandemie aus der Spielzeit 2020/21 herausholen konnte.

Seit der eingeschränkten Wiedereröffnung ab Mai besuchten 2500 Gäste die Veranstaltungen im Haus und auf der Hofbühne, informierte JT-Intendant Nico Dietrich.

Dazu kamen 1200 Kinder bei der Aktion „Kinderlieder am Kita-Zaun“, bei der das JT-Ensemble 20 Kitas und Grundschulen in Göttingen besuchte, sowie 1200 Schülerinnen und Schüler, die bei digitalen Schulangeboten live mit dem Jungen Theater zusammenkamen. Macht 4900 Gäste insgesamt.

Bei „Kinderlieder am Kita-Zaun“ hatten nicht nur die Kinder viel Vergnügen, auch dem Ensemble des JT gefielen ihre Auftritte vor dem Theater-Publikum von morgen.

„Wir hatten bei allen Veranstaltungen eine Auslastung von 98 Prozent“, so Dietrich. Insgesamt kommt das Junge Theater in der abgelaufenen Spielzeit 2020/21 auf eine Zuschauerzahl von rund 12 000 Gästen. „Damit haben wir trotz der Theaterschließung während der Pandemie gut ein Viertel unseres Publikums live erreicht“, so der Intendant.

Und dennoch: „Wir müssen zurück in unser Theater!“ mahnen Nico Dietrich und JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka sowie das gesamte Ensemble und alle JT-Mitarbeiter. Wirtschaftlich ist das Privattheater, dass allein 50 Prozent seines Etats aus eigenen Kräften generiert, dringend auf seine Heimspielstätte, das Otfried-Müller-Haus an der Hospitalstraße, angewiesen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt erwirtschaften Theater rund 15 Prozent ihres Etats in Eigenleistung.

Das Leitungsteam: Intendant Nico Dietrich (links) und Geschäftsführer Tobias Sosinka. (Archivbild)

Digitales Angebot für Schulen bleibt auch in der neuen Spielzeit bestehen

Das neue digitale Schulangebot, dessen Konzept die Theaterpädagoginnen des Jungen Theaters, Kathrin Müller-Grüß und Johanne Bellersten, gemeinsam mit dem Landkreis Göttingen entwickelt haben, bleibt weiterhin bestehen. Ursprünglich habe man das Angebot als Alternative während der Pandemie ins Leben gerufen, so Nico Dietrich. „Das wurde nun aber so erfolgreich angenommen, dass wir uns damit sogar für den Innovationspreis des Landkreises beworben haben“, freut sich der Intendant.

Bisher geplante Premieren des Jungen Theaters in der kommenden Spielzeit

Natürlich durfte auch ein Ausblick auf die neue Saison nicht fehlen: Den Anfang macht am Samstag, 25. September, ein Kammerspiel von Daniel Kehlmann. „Heilig Abend“, inszeniert von Nico Dietrich, verspricht atemlose Spannung.

Darum geht es: Die Philosophieprofessorin Judith wird am Heiligen Abend verhaftet. Der Verdacht: Sie soll einen Terroranschlag geplant haben. Im Verhör will man nun herausfinden, wo die Bombe ist, wenn es überhaupt eine Bombe gibt. Es beginnt ein Schlagabtausch um Leben und Tod. Um Freiheit und Sicherheit. Um System und Systemkritik. „Die Geschichte wird in genau 90 Minuten erzählt. Wir müssen also auf den Punkt spielen“, so Dietrich.

Am Samstag, 2. Oktober, folgt die Premiere von „Unter der Drachenwand“ nach dem Bestseller von Arno Geiger. 1944 kehrt der Soldar Veit Kolbe von der Front zurück – Genesungsurlaub am Mondsee, unter der Drachenwand. Die Menschen dort haben sich alle eingerichtet im Krieg. Trotz des Wissens, dass jederzeit mit einem Schlag alles anders sein kann. JT-Chefdramaturg Christian Vilmar inszeniert die Geschichte nach einer Fassung von Anke Kell.

Im November wird die JT-Musikshow „Dirty Old Town“ von Fred Kerkmann und JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka uraufgeführt – an keinem geringeren Ort als der Göttinger Lokhalle. „Es gibt keinen besseren Ort für diese Show“, freut sich Tobias Sosinka. Die Atmosphäre der Lokhalle passe perfekt zu dem Gefühl, dass man dem Publikum mit „Dirty Old Town“ geben wolle.

Zweimal spielen die Band und das Ensemble des JT die Musikshow groß in der Lokhalle, ehe es auf Tour geht. Das Publikum erwartet eine wilde Reise durch die Rock- und Popmusik.

Auch Familien dürfen sich auf eine Premiere in der neuen Spielzeit freuen: „Die wunderbaren Abenteuer der kleinen Baroness Münchhausen zu Lande zu Wasser und in der Luft“ feiert ebenfalls Uraufführung, ein Termin steht noch nicht fest. Ein Familienstück von Götz Lautenbach und Nico Dietrich, auch verantwortlich für die Inszenierung, nach Gottfried August Bürger. „Wichtig war uns, dass es eine Baroness Münchhausen ist“, betont Dietrich.

„Kennen Sie Bürger?“ - Jan Reinartz (links) und Jens Tramsen in in „Bürgerdenkmal“, einer Inszenierung von Autor und Regisseur Peter Schanz. (Archivbild)

Apropos Bürger: Auch Peter Schanz’ Inszenierung „Bürgerdenkmal“ über den Göttinger Dichter wird in der neuen Spielzeit wieder zu sehen sein. (Melanie Zimmermann)

junges-theater.de

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