Corona-Spielplan 2019/20

Junges Theater Göttingen lockt mit außergewöhnlichen Inszenierungen an neuen Orten

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Kreative Köpfe während der Corona-Krise: Dramaturg Christian Vilmar (links) und Intendant Nico Dietrich im Jungen Theater an der Göttinger Bürgerstraße.

Viel Hirnschmalz und jede Menge Herzblut hat das Junge Theater Göttingen (JT) investiert, um dem Publikum trotz Corona etwas Kultur bieten zu können. 

Nach Fensterkonzerten, Balladentelefon und Videoaufzeichnungen wird das JT zum Abschluss der Spielzeit 2019/20 sogar noch ein „richtiges“ Theaterstück auf eine „richtige“ Bühne bringen. 

Rückkehr auf die "große Bühne"

„Die Wunderübung“ am Freitag, 29. Juni (20 Uhr), sowie die Musikshow „Wild Thing“ am Samstag, 4. Juli (19 Uhr), die bei der Göttinger „AutoKultur“ am Schützenplatz aufgeführt werden, sind die Höhepunkte des Corona-Spielplans, den das Junge Theater am Dienstag vorstellte. Da Niedersachsen seit Montag Open-Air-Events mit bis zu 250 Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln wieder erlaubt hat, denkt der Veranstalter über eine Anpassung des Konzepts nach. Möglicherweise könnte zu diesen Aufführungen dann auch Publikum ohne Auto zugelassen werden.

„Ich fände es total genial, wenn wir wieder wirkliche Zuschauer hätten“, sagte Intendant Nico Dietrich. Aber selbst wenn das nicht klappen sollte, ist die Aufführung der „Wunderübung“ etwas Spezielles. Denn das JT muss das Stück auf die örtlichen Gegebenheiten am Schützenplatz anpassen. „Eine kleine Trainingseinheit“, so Dietrich, sei das für den Auftakt der Spielzeit 2020/21, die beim Jungen Theater Ende August starten soll.

Nico Dietrich, Intendant Junges Theater Göttingen

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen unter autokino-goettingen.de hat bereits begonnen. Ein Ticket für „Die Wunderübung“ kostet 16 Euro, die Musikshow „Wild Thing“ 21 Euro.

Neue Formate an neuen Orten

Aufgrund der Unsicherheit der weiteren Entwicklung planen Dietrich und Co. zunächst weiter mit eher ungewöhnlichen Aufführungen. Neue Formate an neuen Orten lautet das JT-Motto. Zum Saisonauftakt Ende August soll ein Stück entwickelt werden, bei dem die Schaspieler aus den Fenstern des Theaters heraus spielen, während das Publikum sich im Innenhof mit Abstand an der frischen Luft aufhält. Schon seit April hat sich das JT immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Mit Fensterkonzerten an Altenheimen und dem Balladentelefon wurden so bislang immerhin 1160 Menschen erreicht.

Bei dem Balladentelefon gibt es noch am Freiag, 12. Juni (18 Uhr), und am Mittwoch, 17. Juni (18 Uhr) die Möglichkeit, sich JT-Schauspieler per Telefon oder Zoom live nach Hause zu holen. Auch für die Protagonisten, die sonst von der Bühne auf das Publikum gucken, sind diese Face-to-Face-Treffen etwas ganz Besonderes. wie Dramaturg Christian Vilmar verriet. „Die Schauspieler waren vor der Premiere sehr nervös, einige hatten sogar richt. Aber im Nachhinein waren alle total begeistert“

Und auch von den Fensterkonzerten in vielen Altenheimen in Stadt und Landkreis nehmen Schauspieler und Theatermacher des Jungen Theaters einige Ideen mit für die Nach-Corona-Zeit. „Wir versuchen immer, aus den äußeren Umständen Kunst zu machen. Es wurde Tolles geleistet, dass das JT selbst unter Corona-Bedingungen spielen kann“, erklärt der Intendant. Heraus kam dabei auch eine aufwendige Videoaufzeichnung von „Deutschland. Ein Wintermärchen“, die am Freitag, 19. Juni (20 Uhr), Premiere feiert.

Spenden sind erwünscht

Bis auf die Aufführungen bei der Göttinger „AutoKultur“ sind die Angebote des JT in der Corona-Zeit kostenlos. Um Spenden an den Förderverein „Freunde des Jungen Theaters e.V.“ wird jedoch gebeten. Dabei geht es vor allem um den symbolischen Akt, qualitativ hochwertige Kultur nicht zu verschenken, wie Intendant Nico Dietrich erklärt. „Die Summe ist am Ende egal. Und bis jetzt haben auch alle Zuhörer und -seher fleißig gespendet.“

IBAN: DE90 2605 0001 0000 1236 87

Das gesamte Programm und weitere Infos auf der Website junges-theater.de

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