Viele Premieren im Jungen Theater

Junges Theater Göttingen stellt Spielplan 2021/2022 vor: „Der Tatortreiniger“ kommt

Gruppenfoto: Intendant Nico Dietrich, Theaterpädagogin Kathrin Müller-Grüß und die Dramaturgen Isabelle Küster und Christian Vilmar (v.l.).
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Wollen zurück: Intendant Nico Dietrich, Theaterpädagogin Kathrin Müller-Grüß und die Dramaturgen Isabelle Küster und Christian Vilmar (v.l.).

Das Junge Theater stellte die geplanten Premieren der Spielzeit 2021/22 vor. Neben „Heilig Abend“ und der „Baroness Münchhausen“ kommt auch „Der Tatortreiniger“.

Göttingen – Bevor es jedoch um die anstehenden Premieren ging, nutzte JT-Intendant Nico Dietrich erneut die Gelegenheit, um auf die wirtschaftliche Lage des Jungen Theaters in Göttingen aufmerksam zu machen.

„Niederschmetternd und untragbar“, so fasste er die Situation zusammen. Doch trotz der „künstlerisch frustrierenden Umstände“ plant Dietrich mit seinem Team Premieren.

Seit 2016 stehen sechs Millionen Euro für die „bitter nötige Sanierung“ des Stammhauses am Wochenmarkt zur Verfügung, aber bis heute liegt nicht einmal ein verbindlicher Bau- und Finanzierungsplan vor (HNA berichtete). Mit Gastspielen in Südniedersachsen will das JT nun in der kommenden Saison für mehr Geld in der Kasse sorgen.

Bereits am Samstag, 25. September gibt es Daniel Kehlmanns „Heilig Abend“ zu sehen. Ein Verhörspezialist nimmt eine als Terroristin verdächtigte Professorin in die Zange.

Dramaturg Christian Vilmars Inszenierung von Arno Geigers Bestseller „Unter der Drachenwand“ gibt es am 2. Oktober zu sehen. Der Roman, der 1943/44 spielt, ist Abiturstoff, das Interesse der Schulen groß.

Fred Kerkmanns und Tobias Sosinkas mehrfach verschobene Musikshow „Dirty Old Town“ soll am 6. November in der Lokhalle Premiere feiern. Sponsoren haben die Hallenanmietung bereits 2020 ermöglicht. Angesichts gelockerter Auflagen kann die JT-Band nun vor 1.000 Zuschauern auftreten.

„Ein Bericht für eine Akademie“ lautet der Titel einer szenischen Lesung nach Franz Kafka. Schauspieler Götz Lautenbach tritt am 31. Oktober im Kunsthaus Göttingen auf.

Mizzi Meyers „Der Tatortreiniger“ wischt am 10. Dezember erstmals im JT das Blut weg und entsorgt menschliche Überreste. Markus Fennert holt die Kultserie auf die Bühne.

Die Uraufführung von „Die wunderbaren Abenteuer der kleinen Baroness Münchhausen“ zeigt das Ensemble im Januar. In Lautenbachs und Dietrichs Fassung wird Gottfried August Bürgers Lügenbaron im Pflegeheim von seiner Enkelin besucht. Mario Holetzeck inszeniert August Strindbergs Trauerspiel „Fräulein Julie“. Premiere: 14. Januar.

Am 18. Februar stehen erstmals der Wiener Michael Johannes Mayer und Fabienne Baumann aus Kassel bei einem österreichisch-deutschen Liederabend gemeinsam vor dem Mikrofon. Motto: „Ich singe, weil ich ein Lied hab.“

Marc-Uwe Klings dystopischen Reiseführer durch die digitalisierte Welt, „Qualityland“, bringt Dietrich am 25. Februrar als szenische Lesung mit Schlagzeugbegleitung ins Theater.

Mit dem Reformpädagogen Janusz Korczak, den die Nazis mit seinen Waisenhauskindern in Treblinka ermordeten, beschäftigt sich Christoph Klimkes Stück „König Korczak oder Wenn ich wieder klein bin.“ Die Uraufführung ist am 8. April.

Am 22. April zeigt das Ensemble Fabrice Melquiots „Die Zertennlichen“.

Außerdem plant das Theater, das derzeit in einem sozialen Brennpunkt mit Jugendlichen ein Rapvideo erstellt, ein Stück mit dem Arbeitstitel „Groner Landstraße“. Im Wohnblock leben 700 Menschen auf engstem Raum. Premiere: 20. Mai.

(Michael Caspar)

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