Sehr freie Interpretation

JT: Viel Beifall für "einen, der auszog, das Fürchten zu lernen"

Märchen im Jungen Theater: Gildas Coustier (links) und Friedericke Miller spielen „Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“. Foto: Dorothea Heise/nh

Göttingen. Stellenweise mit fast anarchischem Humor und immer fesselnd ist das neue Stück im Jungen Theater „Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen".

Die Interpretation erfolgte sehr frei nach dem Märchen aus der Grimmschen Sammlung. Die charismatischen angehenden Puppenspieler und Darsteller Gildas Coustier und Friedericke Miller fegten mit ansteckender Leidenschaft über die Bühne und ließen alles, was gerade herumstand oder lag, lebendig werden. Hier sei als „schlagendes“ Beispiel nur der Vater „Herr Hobel“ genannt. Auch hüpfen die Akteure geschickt und geschwind zwischen mehreren Erzählebenen hin und her und manchmal auch in die Rollen ihrer Figuren. Man musste ordentlich Augen und Ohren spitzen, um nichts zu verpassen. A propos spitze Ohren: Da gab es auch was zum Gucken und Lachen.

Multimedia-Effekte

Eingesetzt wird eine Fülle von optischen und Multimedia-Effekten. Sie wirkten zu keiner Zeit aufgesetzt, hatten alle eine schlüssige Funktion. Mehr wird nicht verraten. Kommende Besucher sollen auch überrascht, fasziniert und verzaubert werden. Winzig kleiner Wermutstropfen: Sprache aus dem hinteren Bühnenbereich war nicht immer gut zu verstehen.

Das altersmäßig gut durchmischte Premierenpublikum schmunzelte, kicherte und lachte die ganzen 70 Minuten lang fast unentwegt und feierte am Ende die jungen Puppenspieler und ihre Helfer mit lauten Rufen und lang anhaltendem Beifall.

Das Stück, das für Menschen ab zehn Jahren geeignet ist, entstand in Kooperation zwischen der Theatergruppe „manufaktor“ der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und dem Jungen Theater in der Göttinger Hospitalstraße. Es ist die Magisterarbeit von Friedericke Miller und Gildas Coustier, die daher auch für Ausstattung und Puppenbau verantwortlich waren. Die künstlerische Betreuung hatte Mathias Becker, Dramaturg war Tobias Sosinka mit Chawwah Grünberg und Janne Franca Dörge als Regieassistenten. Für Beleuchtung, Ton und Videotechnik war Heiner Wortberg zuständig.

Das moderne Märchenstück über das Erwachsenwerden und das Zu-sich-selbst-finden wird noch am 26. und 30. November ab 15 Uhr, am 16. Dezember ab 10 Uhr und am 20. Dezember ab 15 Uhr aufgeführt. Karten bekommt man unter Telefon 0551/495015 oder E-Mail kasse@junges-theater.de.

Zusätzlich gibt es neun Schulaufführungen, die man bei Yvonne Gebert unter der Rufnummer 0551/4950162, E-Mail ygebert@junges-theater.de, buchen kann.

www.junges-theater.de

Von Anne-Lise Eriksen

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