Kritik der Jungen Sozialdemokraten 

Campus-Festival Göttingen in der Kritik: Zu viele Kosten - zu wenig Besucher

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Zu wenige Besuche, zu hohe Kosten: War das diesjährige Campus-Festival der Universität Göttingen ein Reinfall? Die Juso-Hochschulgruppe übt Kritik an den Organisatoren.

Göttingen. Stellt sich das diesjährige Konzept des Campus-Festivals der Universität Göttingen als Reinfall raus? Ja. Das meint zumindest die Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG).

Das „Festival der Vielfalt“ des aktuellen Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta) war der Ersatz für das „festival contre le racisme“ der vergangenen beiden Jahre. Diese wurden vom Asta unter Beteiligung der Juso-HSG veranstaltet.

Die Hochschulgruppe kritisiere den finanziellen Aufwand für ein erheblich kleineres Publikum, sowie eine lustlose Bewerbung und eine wenig ambitionierte Organisation im Vergleich zu den Vorjahren: „Das Campus-Festival war gemessen an den Besucherzahlen ein Reinfall“, sagt Aljoscha Dalkner, Sprecher der Juso-Hochschulgruppe.

Kritik der Juso-HSG: Zu teuer für zu wenige Besucher

Selbst zu Spitzenzeiten sollen maximal 150 Personen beim Festival gewesen sein. Diese Zahlen würden weit hinter den gut 1500 Besuchern bei den Hauptacts (Hip-Hopperin Haszcara) der vergangenen zwei Festivals liegen. „Letztendlich war das Festival schlechter besucht als jedes Fachgruppen-Fest und mit rund 10.000 Euro um einiges teurer als diese“, sagt er.

Das Foto zeigt den Besucherandrang beim „festival contre le racisme“ im Jahr 2017.

Die Kosten für das Fest seien dabei nur halbiert worden. Das sei besonders absurd, da der gegenwärtige Asta im Vorfeld immer wieder betonte, das Festival einer „breiteren Masse“ öffnen zu wollen.

Verzicht auf überregionale Künstler 

Merle Mangels, ehemalige Asta-Referentin, ergänzt: „Die Bewerbung für das Festivals erfolgte aufgrund der kurzfristigen Terminänderung von Ende Juni auf den 13. Juli viel zu spät und zu spärlich.“ Die Terminverlegung sei insbesondere ärgerlich, da am selben Tag das Fachgruppenfest der Musikwissenschaften stattfand, sagt sie. 

„Das sind kostspielige Fehler, die durch eine bessere Planung vermeidbar gewesen wären.“ Auch den Verzicht auf überregionale Künstler als Publikumsmagneten, kritisieren die Jungen Sozialdemokraten.

Das sagt der Asta zum Campus-Festival:

Der Asta hält hingegen an seinem Konzept fest. „So wie es sich im Moment herauskristallisiert, bewerten wir das Festival überwiegend positiv“, sagt Dominik Bollendorf, Außenreferent des Asta. Die Initiative "Jugend Rettet" konnte beispielsweise über 170 Euro Spendengelder für die Seenotrettung gewinnen, erklärt er.

Dass sie dem Anspruch, das Festival für eine breite Masse zu öffnen, nicht nachgehen konnten, weist der Außenreferent zurück. „Mit dem Musikprogramm konnten wir jungen Talenten aus den Reihen der Studierendenschaft und Universitätsgemeinde eine Bühne bieten.“

Workshops wurden zum Teil gut angenommen

Dass die Workshops nur zum Teil gut angenommenen worden sind, bestätigt Bollendorf. Dasselbe gelte auch für die Besucherzahlen: „Eine größere Beteiligung hätte wir uns gewünscht, sind aber mit einer geschätzten Besucherzahl von 1000 bis 1200 Besuchern durchaus zufrieden“, sagt er.

Konkrete Zahlen liegen aber bislang nicht vor. Noch befindet sich der Asta im Evaluierungsprozess. Die Ergebnisse werden aber in die Planung des nächsten Campusfestivals aufgenommen, versichert Bollendorf. 

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