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Investor sagt ab: Zukunft von Ex-Gefängnis in Göttingen ist ungewiss

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Von: Bernd Schlegel

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Aus für Co-Living-Space in der Ex-JVA: Der Investor ist abgesprungen. Nun ist die Zukunft des früheren Gefängnisses in der Innenstadt in Göttingen unklar.

Göttingen – Die Zukunft der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) in der nördlichen Innenstadt in Göttingen ist wieder völlig offen. Ein Braunschweiger Investor hat sich jetzt überraschend zurückgezogen.

Die Trafo Hub GmbH hatte laut Verwaltung ein Konzept für ein Co-Working- und Co-Living-Space vorgelegt. „Dieses Konzept passt zu Göttingen, trifft auf den Bedarf und ist gut geeignet, um in der Innenstadt und in der ehemaligen JVA umgesetzt zu werden“, macht Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) deutlich.

Zukunft von Ex-Gefängnis in Göttingen ungewiss: Alte JVA als Co-Working- und Co-Living-Space

Was wird aus dem früheren Gefängnis im Norden der Göttinger City? Ein Investor aus Braunschweig hat abgesagt. Die Stadt will jetzt alle Optionen prüfen.
Was wird aus dem früheren Gefängnis im Norden der Göttinger City? Ein Investor aus Braunschweig hat abgesagt. Die Stadt will jetzt alle Optionen prüfen. © Thomas Kopietz

Die Stadt hatte das Konzept als „hochinteressant und innovativ für den Standort“ bewertet. Um die zukünftige Nutzung des Gebäudes hatte es in diesem Jahr einen heftigen Streit gegeben – wir berichteten. Schon seit einigen Jahren versuchen Initiativen, dort ein soziales Zentrum zu etablieren.

Die Stadt hatte sich jedoch dagegen ausgesprochen und sich für den Verkauf an den Braunschweiger Investor entschieden. In der Folge war das Gebäude im Oktober von Aktivisten besetzt und schließlich geräumt worden.

Nun werden die Karten neu gemischt. Gründe für den Rückzug des Investors sind laut Stadtverwaltung sich verändernde Rahmenbedingungen wie Baukostensteigerungen, Zinssteigerungen, und die Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Das habe die Interessenten vor nicht kalkulierbare wirtschaftliche Risiken gestellt und sie schließlich dazu bewogen, ihr Vorhaben in der geplanten Weise nicht weiterzuverfolgen.

Alte JVA in Göttingen: Karten für das Projekt werden neu gemischt

„Bei allem Bedauern müssen wir das akzeptieren“, sagt Broistedt. Empörend sei, dass es auch persönliche Anfeindungen gegen die Akteure von Trafo Hub gegeben habe. „Das ist nicht zu dulden!“, macht die Oberbürgermeisterin deutlich. Die Trafo Hub-Initiatoren hätten ausdrücklich den Kontakt ins Quartier gesucht mit dem Ziel, zu kooperieren und gemeinsame Ansätze zu entwickeln. Broistedt: „Das war offenbar leider von keinerlei Erfolg gekrönt.“

Göttingens Stadtbaurat Frithjof Look ergänzt: „Das Konzept kann an dem zentralen, urbanen Standort der ehemaligen JVA in das Quartier und in die Stadtgesellschaft insgesamt wirken sowie wechselseitige Impulse aufnehmen und ausstrahlen.“

Angesichts der dringend anstehenden, enormen Investitions- und Bauaufgaben in Schulen, Kulturbauten sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz ist eine Sanierung des Gebäudes durch die Stadt und über den städtischen Haushalt in den nächsten Jahren keine Option.

Göttingens Stadtbaurat Frithjof Look

Look kündigt unterdessen an, dass die Stadtverwaltung jetzt mögliche Optionen für das frühere Gefängnis prüfen werde, dämpft allerdings gleichzeitig die Erwartungen. Der Stadtbaurat unterstreicht: „Angesichts der dringend anstehenden, enormen Investitions- und Bauaufgaben in Schulen, Kulturbauten sowie Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Klimaschutz ist eine Sanierung des Gebäudes durch die Stadt und über den städtischen Haushalt in den nächsten Jahren keine Option.“ (Bernd Schlegel)

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