Pokalspiel bei Rosdorf im Landkreis Göttingen

Kamera in Dusche bei Frauen-Fußballspiel versteckt: Polizei sucht Spanner

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In der Dusche des Sporthauses Sieboldshausen bei Rosdorf im Landkreis Göttingen wurde eine versteckte Kamera entdeckt.

Die Polizei ist einem Voyeur in Sieboldshausen bei Rosdorf (Kreis Göttingen) auf der Spur: In den Duschen des Sporthauses wurde bei einem Frauen-Fußballspiel eine versteckte Kamera gefunden.

Wer hinter der Aktion steckt, ist bislang noch völlig unklar. Die Polizei bestätigte unterdessen den Vorfall. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Die Kamera wurde am Tag der Deutschen Einheit nach dem Pokalspiel SG Grone/Sieboldshausen gegen VFL Olympia Duderstadt (6:0) entdeckt. Inzwischen ist aber weniger das Spiel als die Kamera das große Thema. Die entdeckte Kamera wurde bei der Polizei abgegeben. Außerdem wurde Anzeige erstattet.

Laut Polizei gestaltet sich die Suche nach dem Täter äußerst schwierig. Das Problem: Die Räume waren öffentlich zugänglich. Deshalb könnte es problematisch werden, den Täterkreis einzugrenzen. Die Kamera und die Speicherkarte darin werden bei der Polizei derzeit einer genauen Überprüfung unterzogen. So hoffen die Beamten, weitere Hinweise auf den möglichen Spanner zu bekommen.

Sollte der Täter ermittelt werden, muss er mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ wird nach Paragraf 201a des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe geahndet.

Inzwischen wurde auch der Niedersächsische Fußballverband (NFV) über den aktuellen Fall informiert. Außerdem hat man in Sieboldshausen die Duschen mit Schlössern versehen.

Spannen: Strafbar laut Stgb?

Spannen wird laut Strafgesetzbuch (Stgb) dann strafbar, wenn eine "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" vorgenommen wird. In diesen Fällen drohen Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe:

  • Von einer Person, die sich in einer anderen Wohnung befindet oder in einem Raum, der "gegen Einblick besonders geschützt" ist, dürfen weder Bilder gemacht noch übertragen werden .Wer das tut und "dadurch deren höchstpersönlichen Lebensbereich verletzt", macht sich strafbar. 
  • Wer eine solche Bildaufnahme gebraucht oder sie einem Dritten zugänglich macht, macht sich ebenfalls strafbar.
  • Auch mit Erlaubnis gemachte Bilder einer Person in einer Wohnung oder einem geschützten Raum dürfen nicht unbefugt einem Dritten weitergegeben werden. 

Spanner-Arzt in Kassel: Jüngster Fall vor Gericht

Bis heute ist die juristische Aufarbeitung eines Spanner-Falls aus Kassel, der überregional für Aufsehen gesorgt hat, nicht abgeschlossen: Ein Arzt hat seine Mitarbeiterinnen über Monate in der Personaltoilette und in der Umkleide gefilmt. Eine der Mitarbeiterinnen hatte den kleinen USB-Stick, in den auch eine Kamera integriert war, im Frühjahr 2015 entdeckt. Darauf waren intime Aufnahmen der letzten drei Monate gespeichert. Sie zeigten das Personal in intimen Situationen – man könne darauf „jedes Schamhaar“ zählen, sagte die Klägerin Anfang 2018 vor Gericht aus. 

Im Jahr 2016 wurde das Strafverfahren bereits mit einem Strafbefehl abgeschlossen. Juristisch gesehen sind die intimen Videoaufnahmen ein niederschwelliges Delikt. Der Strafbefehl war mit einer Geldstrafe verbunden. Wie hoch die Strafe war, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Zivilrechtliche Verfahren zu dem Fall laufen allerdings noch immer: Mehrere Mitarbeiterinnen haben den Arzt auf Schmerzensgeld verklagt. Der nächste Gerichtstermin ist für 8. November angekündigt. 

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