Göttingen: Kampf für Klimaschutz und Bustickets

Göttingens neues Jugendparlament hat sich konstituiert

Das Präsidium des neuen Göttinger Jugendparlaments: (von links) Theo Kramer, Stella Hofmann, Henrike Horn, Tim Widenmeyer und Jakob Büchner. Nicht auf dem dem Bild ist Kaja Uesbeck.
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Das Präsidium des neuen Göttinger Jugendparlaments: (von links) Theo Kramer, Stella Hofmann, Henrike Horn, Tim Widenmeyer und Jakob Büchner. Nicht auf dem dem Bild ist Kaja Uesbeck.

Mehr Engagement im Klimaschutz, ein kostenloses Busfahrticket für Oberschüler und zusätzliche Treffpunkte für Jugendliche: Dafür will sich das Göttinger Jugendparlament einsetzen.

Göttingen – Am Mittwoch traf es sich im Rathaus zur konstituierenden Sitzung. Vier Stunden lang berieten die 31 Jugendlichen im Ratssaal: Sie feilten sie an der Geschäftsordnung, wählten ein sechsköpfiges Präsidum und ernannten Delegierte für die verschiedenen Ausschüsse der Stadt.

Die Plenarleitung liegt künftig bei Stella Hofmann, die zusammen mit vier anderen Schülern des Felix-Klein-Gymnasiums in das Parlament gewählt worden ist. Hofmann bereitet nun die Sitzungen mit Unterstützung der hauptamtlichen Geschäftsführerin Kerstin Jäger-Hartmann vor und leitet sie.

Als Stellvertreter steht ihr Theo Kramer (Max-Planck-Gymnasium) zur Seite. Er will sich unter anderem für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und für einen Ausbau der Radwege einsetzen.

Als Außenvertreter wählte das Jugendparlament Tim Wiedenmeyer (Otto-Hahn-Gymnasium) und Jakob Büchner (Hainberg-Gymnasium). Sie vertreten das Parlament gegenüber dem Rat sowie bei repräsentativen Anlässen.

Wiedenmeier holte bei der Wahl des Parlaments im März mit weitem Abstand die meisten Stimmen. 231 Jugendliche konnte er von sich überzeugen. Ihm liegt neben dem Klimaschutz vor allem eine bessere Ausstattung und ein besserer baulicher Zustand der Schulen am Herzen. Büchner gehört zu den fünf Schülern des Hainberg-Gymnasiums, die dem Parlament angehören.

Das Jugendparlament bestimmte schließlich noch zwei Pressesprecherinnen, die Medienanfragen bündeln, den Internetauftritt betreuen und die Social-Media-Kanäle der Jugendvertretung mit Informationen versorgen. Gewählt wurde Kaja Uesbeck vom Theodor-Heuss-Gmnasium, das ebenfalls mit fünf Personen im Parlament vertreten ist.

Uesbeck möchte unter anderem den Gebrauch von Plastiktüten eindämmen und mehr Unisex-Toiletten schaffen. Die Pressesprecherin wird von Henrike Horn (Max-Planck-Gymnasium) unterstützt. Sie will sich für mehr Jugendaustausch mit Göttingens Partnerstädten einsetzen und dabei das klimabewusste Verhalten fördern.

Entstanden ist das neue Gremium auf Initiative von Jugendlichen, die sich seit 2016 für eine stärkere Beteiligung ihrer Generation eingesetzt haben. Vier von ihnen, Pauline Giesbert, Ylva Mahnhardt, Gianna Mascioni und Linus Steinmetz kamen zur konstituierenden Sitzung.

Sie berichteten, wie hartnäckig sie für ein Parlament gekämpft haben. Eine projektbezogene Beteiligung sei ihnen zu wenig, betonten sie. Sie riefen die gewählten Vertreter auf, die sich nun öffenenden Möglichkeiten zu nutzen.

Wahlberechtigt waren rund 10 500 13- bis 17-Jährige. 3021 Jugendliche gaben ihre Stimme online oder in den Schulen ab. „Damit lag die Wahlbeteiligung trotz der Corona-Krise bei beachtlichen 29 Prozent“, erklärte Maria Schmidt, Göttingens Dezernentin für Schule, Personal und Jugend zu Beginn der Sitzung.

Von Michael Caspar

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