Spezielle Therapie

Kampf gegen chronische Schmerzen: Mehr Betten in Göttinger Klinik

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Das Evangelische Krankenhaus Weende in Göttingen aus der Luft: Eine neue Abteilung hat sich jetzt dem Kampf gegen chronische Schmerzen verschrieben.

Göttingen. Der Bedarf ist da: Die neue Abteilung Spezielle Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende wird von acht auf künftig 16 Betten vergrößert.

Chefärztin ist seit einigen Monaten Dr. Kristin Kotzerke, die zuvor 18 Jahre in einer vergleichbaren Abteilung für Spezielle Schmerztherapie eines Krankenhauses in der Region Hannover tätig war, zuletzt als leitende Oberärztin.

Behandlung im Team

Das Team besteht aus Ärzten, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Pflegekräften, die ein ganzheitliches Therapiekonzept zur Schmerzbehandlung und -bewältigung einsetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den besonderen Problemen, die im Umgang mit Schmerzen und Medikamenten auftreten können.

Chefärztin Dr. Kristin Kotzerke

Ziele der Behandlung sind die Schmerzlinderung, die positive Beeinflussung von Begleiterkrankungen, das Erlernen von Entspannungs- und Stressbewältigungsstrategien sowie die Stärkung von eigenen Möglichkeiten im Umgang mit dem Schmerz. Zudem sollen die Patienten motiviert und angeleitet werden, die Schmerzen auf körperlicher und seelischer Ebene eigenständig zu bewältigen.

In der neuen Abteilung werden alle chronischen Schmerzsyndrome und damit verbundenen Erkrankungen behandelt. Dazu gehören beispielsweise chronische Wirbelsäulenerkrankungen, chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen, Migräne, das sekundäre Fibromyalgie-Syndrom oder Morbus Sudeck. Aber auch die schmerztherapeutische Begleitung von Tumorerkrankungen, chronische neuropathische Schmerzen sowie Phantomschmerzen und der Entzug von der Behandlung mit Opiaten zählen zum Spektrum.

Das stationäre Konzept der neuen Abteilung im Weender Krankenhaus umfasst die Erhebung einer ausführlichen Schmerzkrankengeschichte, eine umfassende körperliche Untersuchung und Erarbeitung eines individuellen Therapieplans sowie die Physio- und Ergotherapie und die Psychotherapie. Entspannungsverfahren, die medikamentöse Einstellung der Schmerzsymptomatik, ausführliche sozialmedizinische Beratungen und die Möglichkeit einer seelsorgerischen Unterstützung ergänzen das Konzept.

Kontakt: Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende, Abteilung Spezielle Schmerztherapie, Dr. Kristin Kotzerke, Chefärztin, An der Lutter 24, 37075 Göttingen, Tel. 0551/5034-1477.

www.ekweende.de

Volkskrankheit Schmerz: Mehr als drei Millionen Betroffene in Deutschland

In Deutschland leiden nach aktuellen Zahlen etwa 3,25 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen.

Davon spricht man, je nach Definition, ab einer Schmerz-Dauer von drei bis sechs Monaten. Darunter versteht man anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen, die im Gegensatz zu dem akuten Schmerz ihre natürliche Warn- und Schutzfunktion verloren haben und einer ursächlichen Behandlung nicht mehr zugänglich sind.

So wird der Schmerz zu einer eigenständigen Erkrankung und kann sich oft auch auf zunächst nicht betroffene Körperregionen ausdehnen. Durch die Schmerzen entsteht oft eine jahrelange Leidensgeschichte.

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