Hoffnung auf neue Behandlungen

Kampf gegen Demenz: Forschungskomplex entsteht in Göttingen

Die letzte Schraube sitzt fest: Dr. Sebastian Freytag, Vorstand Wirtschaft und Administration der Universitätsmedizin Göttingen, setzte den Schraubenschlüssel beim Richtfest an. Fotos: Niesen

Göttingen. Wissenschaftler wollen in einem neuen 27,5 Millionen teuren Forschungskomplex in Göttingen den Kampf gegen die Volkskrankheit Alzheimer und Demenz aufnehmen.

Ziel ist den Ausbruch der Krankheit um mindestens fünf Jahre zu verzögern, sagte der Standortsprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Helmholtz-Gesellschaft, Prof. Dr. André Fischer, beim Richtfest.

Die DZNE nutzt den neuen Gebäudekomplex gemeinsam mit dem „Institute für Biostructural Imaging of Neurodegeneration“ (BIN) der Universitätsmedizin Göttingen. Das BIN arbeitet nach den Worten von Prof. Dr. Silvio Rizzoli an bildgebenden Verfahren zur Diagnose dieser Krankheiten, unter anderem in Kooperation mit Nobelpreisträger Stefan Hell.

Prof. Dr. André Fischer

In Deutschland sind rund 1,3 Millionen Menschen davon betroffen. Fischer erwartet, dass sich diese Zahl bis 2025 verdoppeln wird. Welt weit rechnet er mit 36 Millionen Erkrankten. Allein in Göttingen suchen jährlich etwa 800 Patienten dieGedächtnisambulanz der Uni-Medizin auf, sagte Uni-Medizin-Sprecher Stefan Weller.

In dem neuen Gebäude an der Von-Siebold-Straße verfügen die Forscher über knapp 3500 Quadratmeter Nutzfläche mit 200 Räumen. Labore, Werkstätten, Lager-, Geräte- sowie Seminarräume und Hörsäle werden von beiden Einrichtungen gemeinsam genutzt.

Die Architektur des neuen Komplexes berücksichtigt städtebauliche Kriterein, ökologische und nachhaltige Bauweisen. Die Fassade wird mit Klinkersteinen gestaltet.

Nach den Worten des Vorstandes für Wirtschaftsförderung und Adminstration der Universitätsmedizin Göttingen, Dr. Sebastian Freytag, soll der Komplex Anfang kommenden Jahres bezugsfertig sein. Er sagte, bereits jetzt seien die Männer vom Bau schneller als der ursprünglich gefasste Zeitplan. (zhp)

Hintergrund: Ziele der DZNE

Eine ganze Reihe von Zielen hat sich das Deusche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) für seine Arbeit in Göttingen vorgenommen.

Es ist Teil der renommierten Helmholtz-Gemeinschaft und arbeitet mit dem „Institute for Biostructural Imaging of Neurodegenration“ (BIN) der Universitätsmedizin Göttingen zusammen. Prof. Dr. André Fischer sieht folgende drei Hauptaufgaben:

• Es sollen Methoden für die möglichst frühe Diagnose von Alzheimer und Demenz entwickelt werden.

• Es sollen neue Therapien er forscht werden.

• Es soll ein bestimmtes Gebiet der Neurowissenschaften als neuens Forschungsgebiet weiter entwickelt werden.

Davon versprechen sich die Forscher ein besseres Verständnis von Erkrankungen des menschlichen Nervensystems. Im besten Fall können damit neue Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden.

In dem neuen Gebäudekomplex finden an der Göttinger Von-Siebold-Straße, für das jetzt Richtfst gefeiert wurde, finden die Forscher dafür die Voraussetzungen, die sich gewünscht haben.

Fünf Geschosse verteilen sich dabei auf einen u-förmigen Baukörper, auch als Sinnbild für die Nutzung durch zwei Forschungseinrichtungen. (zhp)

Informationen im Internet unter: www.dzne.de

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