Experten haben Verdacht

Bomben-Blindgänger in Göttingen: Spezialisten untersuchen weitere Verdachtspunkte

Das Luftbild zeigt die Göttinger Weststadt. Zwei rote Punkte markieren den Bereich der Flüchtlingsunterkunft am Rosenwinkel, die zuerst sondiert wurden.
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Das Luftbild zeigt die Göttinger Weststadt. Die roten Punkte sind die beiden Verdachtspunkte im Bereich der Flüchtlingsunterkunft am Rosenwinkel, die zuerst sondiert wurden.

Im Westen von Göttingen könnten sich bis zu 80 Bomben-Blindgänger befinden. Daher werden die Verdachtspunkte aktuell nach und nach abgesucht.

Göttingen – Sondierungen finden nicht nur auf politischer Ebene in Berlin statt, auch in Göttingen wird sondiert. Hier geht es jedoch um mögliche Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese könnten an verschiedenen Punkten in der Weststadt liegen. Insgesamt 80 Bomben-Blindgänger soll es geben – wie neue Luftaufnahmen zeigen. Am Montag (18.10.2021) hat ein Spezialunternehmen aus Celle damit begonnen, drei der Punkte zu sondieren.

Zwei Punkte befinden sich auf dem Areal der Flüchtlingsunterkünfte am Rosenwinkel, ein weitere auf dem Leineradweg. Die betroffenen Bewohner wurden bereits vor einigen Tagen durch Briefe über die Maßnahmen in Kenntnis gesetzt. Die Schreiben hängen zusätzlich in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Farsi an zentralen Punkten der Unterkünfte aus.

Verdacht auf Blindgänger in Göttingen: Bohrungen haben bereits begonnen

Der erste Verdachtspunkt befindet sich an der Ostseite des Grundstückes, direkt neben dem Leineradweg. 37 Bohrungen müssen dafür durchgeführt werden, in einem Abstand von 1,50 Meter. Acht Meter tief geht jedes Bohrloch, wie ein Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitigungsfirma vor Ort mitteilt.

Start der Kampfmittel-Sondierungen in der Weststadt: 37 Bohrungen wurden nun in einem ersten Schritt durchgeführt.

Zwei Mädchen, neun Jahre alt, beobachten das Geschehen aus nächster Nähe. Ein großer Bagger bohrt sich langsam in die Tiefe vor. Ab sechs Meter kommt der Leinekies. Danach wird in jedes Loch eine Magnetsonde herabgelassen. Damit wird im Nanotesla-Bereich gemessen, so dass metallische Gegenstände entdeckt werden können.

Blindgänger-Vedacht in Göttingen: Keine Evakuierung für Untersuchungen notwendig

Die Anwohner müssen dafür nicht evakuiert werden. Für die Sondierungsmaßnahmen sei es erforderlich, heißt es in dem Schreiben an die Bewohner, die Gasversorgung am Mittwoch in den betroffenen Unterkünftenabzustellen. Das bedeutet, es gibt vorübergehend keine Warmwasserversorgung und keine warme Heizung. Die Gasversorgung soll voraussichtlich am Abend desselben Tages wieder aktiviert werden.

Untersuchungen des Bodens auf Blindgänger haben begonnen

Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen
Kampfmittelverdacht in der Göttinger Weststadt: Sondierungen des Bodens haben begonnen © Stefan Rampfel

Shaban Krasniqi ist einer der betroffenen Bewohner im Rosenwinkel. „Es ist ein komisches Gefühl, wenn man direkt in der Nähe der Bomben wohnt, aber Angst haben wir nicht“, sagt der Mann, der aus dem Kosovo kommt und seit 15 Jahren hier wohnt. „Nur meine sieben Kinder musste ich beruhigen. Natürlich hoffen wir, dass es keine Bombe ist.“

Göttingen: Ab dem 1. November wird auch anderweitig sondiert

Die Fachleute des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen (KBD) gehen davon aus, dass westlich und östlich der Leine im Bereich Godehardstraße, Blümchenviertel und Schützenplatz mehr als achtzig Verdachtspunkte auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen sind. Ob sich der Verdacht jeweils erhärtet, kann nur die gezielte Sondierung jedes einzelnen Punktes klären.

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Sollte sich bei den Sondierungen ein Verdacht auf einen Bombenblindgänger ergeben, wird eine Entschärfung oder kontrollierte Sprengung vorbereitet. Problematisch sind zwei Punkte, die sich direkt unter dem Kulturzentrum an der Godehardstraße befinden. Hier soll ab 1. November sondiert werden. Das Gebäude wird derzeit geräumt. (Stefan Rampfel)

Erst kürzlich musste eine Weltkriegsbombe in Göttingen entschärft und zum Teil kontrolliert gesprengt werden. Der Baggerfahrer, der zuvor die Bombe in Göttingen ahnungslos ausgrub, hatte riesiges Glück.

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