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Linken-Landtagskandidat Thomas Goes: Schutzschirm soll Sicherheit bringen

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Von: Bernd Schlegel

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Verbringt seine Mittagspause gern in den Alten Botanische Garten in Göttingen: Dr. Thomas Goes setzt sich in der Politik für mehr Gerechtigkeit ein.
Verbringt seine Mittagspause gern in den Alten Botanische Garten in Göttingen: Dr. Thomas Goes setzt sich in der Politik für mehr Gerechtigkeit ein. © Bernd Schlegel

Das Thema soziale Gerechtigkeit ist für den Göttinger Landtagskandidaten Dr. Thomas Goes wichtiger denn je. Bei den Kontakten im Wahlkampf spürt er die ausgeprägten Sorgen der Leute.

Göttingen – Hohe Preise für Energie und für Lebensmittel. Das führt zu Sorgen bei den Leuten, spürt der Göttinger Linken-Landtagskandidat Dr. Thomas Goes.

„Die Leute, die schon wenig haben, fragen sich jetzt, wie sie die Familie sattbekommen“, bringt Goes die Situation in vielen Haushalten auf den Punkt. Außerdem hat er Bedenken, dass die geplante Anhebung des künftigen Bürgergeldes ausreicht. „50 Euro sind nicht viel“, diagnostiziert der Sozialwissenschaftler. Um die Situation zu entschärfen, will er sich als Landtagsabgeordneter für einen Schutzschirm für die Menschen sowie für Einmalzahlungen für kleinere und mittlere Einkommen einsetzen. Außerdem muss es konkrete Entlastungen geben. Ein Beispiel dafür ist für ihn das Neun-Euro-Ticket. Außerdem will er sich dafür stark machen, dass das Mittagessen in den Schulen kostenlos ist: „100 Euro ist für viele ganz viel Geld.“

Mit Blick auf die Situation in vielen Haushalten ist für ihn klar: „Ich möchte etwas bewegen“, sagt er. „Die unteren 30 Prozent der Bevölkerung haben so gut wie nichts. Man kommt da nicht raus.“ Und durch die andauernde Krise kommt jetzt auch die Mittelschicht verstärkt in Schwierigkeiten.

Zwei konkrete Ereignisse haben für Goes den Anstoß zum Mitmachen in der Politik gegeben: die Ausschreitungen gegen Ausländer in Rostock-Lichtenhagen am 26. August 1992 sowie Feuerwerkskörper, die Nazis auf das Haus eines Lehrers abschossen haben. Mit dem Ende seines Soziologie- und Geschichtsstudiums war für den Familienvater klar, dass er Mitglied einer Partei werden wollte, die die Interessen der abhängig Beschäftigten vertritt. „Mit der Agenda 2010 war für mich die SPD gestorben“, macht Goes deutlich. Auch die Grünen kamen für ihn nicht in Frage – wegen der Zustimmung zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Also trat er 2007 in die Linke ein.

Reformen will er auch beim Thema Wohnen durchsetzen: Dazu gehören der Vorrang für kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau, eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft sowie eine lange Sozial- und Mietpreisbindung. Weiterhin auf der Agenda ist bei dem Mitarbeiter des renommieren Soziologischen Forschungsinstitutes (SOFI) Göttingen die Neuordnung des Arbeitsrechts. Alle sachgrundlosen Befristungen und die Leiharbeit möchte er abschaffen. „Ich habe das Glück, einen dauerhaften Vertrag zu haben“, bekennt der 42-Jährige. Immer mehr Beschäftigte sind aber weiterhin von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen: „Da ist die Familienplanung schwierig.“

Bei den Bürgern er eine große Enttäuschung über die Parteien, die mehr als 20 Jahre regiert haben. „Deutschland geht es besser, aber davon kommt bei vielen nichts an. Das frustriert viele Wähler“, spürt Goes. Die Vorhaben, das Direktmandat für den Landtag zu gewinnen, ist natürlich ambitioniert. „Aber man geht auf den Platz um zu gewinnen.“

Auf der Landesliste der Linken ist der Göttinger nicht vertreten: „Es geht mir stattdessen darum, dass die Linke im Stadtbild sichtbar ist.“ Seine Hoffnungen setzt Goes auf jüngere Mitstreiter, die ihn begleiten. Er hofft, dass sie zukünftig Verantwortung übernehmen wollen. Denn der Göttinger ist sich sicher: „Es gibt eine Mehrheit für linke Politik – auch in Niedersachsen.“ (Bernd Schlegel)

Zur Person: Dr. Thomas Goes

Dr. Thomas Goes (42) kam in Aurich zur Welt. Nach dem Studium der Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Oldenburg und Promotion an der Uni Jena kam er Ende 2015 an das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI). Dort forscht das Mitglied des Sprecherrats der Linken im Landkreis Göttingen unter anderem zur Präkarisierung der Arbeitsgesellschaft. Der Familienvater wohnt in Göttingen. (bsc)

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