Neue Anlage für den Einsatz in Deutschland

Technisches Hilfswerk kann jetzt 1000 Menschen mit Trinkwasser versorgen

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Hochmodern: Die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage des THW Göttingen wird von Felix Klinke, Gruppenchef Stefan Bat und Andrzej Krupka (von links) vorgeführt.

Göttingen. Mit einer neuen Trinkwasser-Aufbereitungsanlage ist das Technische Hilfswerk Göttingen jetzt in der Lage, in Krisen die Versorgung von 1000 Menschen sicherzustellen.

Das Technische Hilfswerk (THW) stellte die rund 800.000 Euro teure Anlage mit einer Kapazität von 15.000 Litern in der Stunde der interessierten Öffentlichkeit vor.

„Wir können jedes Süßwasser zu Trinkzwecken aufbereiten, beispielsweise aus der Leine oder aus der Weser“, erläuterte der Gruppenführer der Fachgruppe Trinkwasserversorgung, Stefan Bat. Die 25 Spezialisten starke Gruppe der Hilfsorganisation ist die zwölfte von 14 Einheiten in Deutschland, die jetzt mit dem System ausgestattet wurde.

Die neue, vom THW mit entwickelte Anlage ist für den Einsatz in Deutschland gedacht. Gleichwohl ist sie so konzipiert, dass sie mit einem Passagierflugzeug transportiert werden kann.

In Anlage kann beispielsweise eingesetzt werden, wenn es zu Havarien in Wasserversorgungswerken kommt. „Wir haben eine gute Partnerschaft mit den Stadtwerken in Göttingen“, sagt Stefan Bat. Aber auch im Umland sind die Helfer gefragt. So waren sie schon in der Gemeinde Gleichen im Einsatz, um die Versorgung der Kommune sicher zu stellen.

Zu dem System gehört ein Labor, mit dem die Qualität des Trinkwassers untersucht wird. Nach Angaben Bats dauert der Test zur Nutzungsfreigabe durch das Labor 18 Stunden. Erst danach erteilt das Gesundheitsamt die Freigabe.

Kernstück der Anlage ist eine hocheffiziente Ultrafiltration mit einer für diesen Zweck entwickelten Keramikmembran. Damit werden unter anderem parasitäre und bakterielle Krankheitserreger zuverlässig aus dem Wasser gefiltert. Eine anschließende Desinfektion mit ultraviolettem Licht sorgt für eine Inaktivierung von Viren und eine abschließende Chlorung für eine ausreichende Desinfektionskapazität.

Vorgeschaltet werden eine Flockungs- und eine Adsorptionseinheit sowie eine Partikelfiltration mit variablen und rückspülbaren Scheibenfiltern. Module zur Trinkwasserlagerung und -verteilung sowie zur Schlammentsorgung machen das Gesamtsystem komplett, heißt es weiter beim THW.

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