Zugfahrt ohne Ticket

Bahnfahrer aus Kassel mit gestohlenem Gedenkstein gefasst

Spezielle Gedenksteine, sogenannte Stolpersteine, erinnern an Opfer an des Nationalsozialismus. (Symbolbild)
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Spezielle Gedenksteine, sogenannte Stolpersteine, erinnern an Opfer an des Nationalsozialismus. (Symbolbild)

Ein Mann aus Kassel wird ohne Fahrkarte, dafür mit einem entwendeten „Stolperstein“ im Zug nach Göttingen erwischt. Einen Grund für den Diebstahl nennt er nicht.

Göttingen/Kassel – Ein 65-Jähriger aus Kassel war am Donnerstag (30.09.2021) ohne Fahrschein mit dem Zug nach Göttingen gefahren. Wegen des fehlenden Tickets war er am Bahnhof in Göttingen von der Bundespolizei im Empfang genommen worden.

Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten dann etwas Ungewöhnliches. Der 65-Jährige hatte einen Pflasterstein bei sich. Die Beamten sahen sich das Objekt genauer an und stellten fest, dass es sich um einen jüdischen Gedenkstein handelte – und zwar um einen sogenannten „Stolperstein“.

Mann aus Kassel klaut „Stolperstein“ – und wird in Göttingen erwischt

Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten „Stolpersteinen“, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Der Mann gab gegenüber den Beamten an, dass er den Stein in Kassel ausgegraben und entwendet hatte. Gründe, warum er den „Stolperstein“ stahl, nannte der mutmaßliche Dieb nicht. Der Verein Stolpersteine in Kassel teilte der Bundespolizei in Göttingen auf Nachfrage mit, dass das Fehlen eines solchen Steins noch nicht bekannt war.

Die Polizei stellte den Stein sicher und leitete gegen den Mann ein Ermittlungsverfahren wegen des Erschleichens von Leistungen und einem schweren Fall des Diebstahls ein. (Bernd Schlegel)

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