Gastspiel in Göttingen 

Kaya Yanar in der Göttinger Stadthalle: „Ihr habt Humor“

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Witzbold ohne Punkt und Komma: Kaya Yanar mit seinem aktuellen Programm „Planet Deutschland“ in der Göttinger Stadthalle. 

Göttingen. Kaya verschont keinen: Ob Deutscher, Türke, Russe, selbst eine Kenianerin im Publikum bekommt bei der Show des Comedians in der Göttinger Stadthalle am Donnerstagabend ihr Fett weg. 

Dabei wird eins klar: Kaya Yanar liebt fremde Sprachen und Dialekte. So sehr, dass er sie imitieren kann, als spräche er sie fließend. Dabei geht es in dem aktuellen Bühnenprogramm „Planet Deutschland“, der Name sagt es, um Deutschland. Nachdem der Deutsch-Türke der Liebe wegen in die Schweiz gezogen ist, falle ihm plötzlich auf, wie deutsch er sei. „In Deutschland war ich immer der Türke“.

Er erzählt von seinem Trauma als 13-Jähriger, als sein Vater ihm verbot, hessisch zu babbeln, obwohl sie in Frankfurt wohnten und der kleine Kaya fasziniert war vom „Schobbe klobbe“.

„In Deutschland war ich immer der Türke. Kaum bin ich in der Schweiz, bin ich Deutscher.“

Szenenapplaus

Das Publikum feiert es mit viel Szenenapplaus, wenn Kaya Yanar ohne Luft zu holen von einem Witz in den anderen stolpert. Er ist sehr tollpatschig, gibt er zu. So kam es zu einem Salatbox-Unfall mit Cesars-Soße auf der Windschutzscheibe seines russischen Tourmanagers, der ihm daraufhin die Dienstreise kündigen wollte, während Kaya die Salatblätter von seiner Glatze absammelte, weil er nach dem schiefgegangenen Schütteln der Salatbox immer noch Hunger hatte.

Apropos Dienstreise. Dazu fallen dem Comedian die absurdesten Gesetzestexte in Deutschland ein, wonach eine Dienstreise beendet sei, wenn der Reisende während dieser Zeit verstirbt.

Caldener Flughafen ein Witz

Zum Grölen bringt Kaya sein Publikum dann allerdings mit dem Witzobjekt der Region: dem Caldener Flughafen. Großartig: Seine Rolle als Pilot, der während seiner Durchsage vom Frankfurter Flughafen nach Calden kapiert, dass er nur 180 Kilometer fliegt, die Durchsage abbricht und seinen Co-Piloten verdutzt um Bestätigung dieser Absurdität bittet, schließlich versteht, dass das Mikrofon noch an ist, tief durchatmet und zu den Gästen dann sagt „sie brauchen sich gar nicht hinsetzen“. Die Maschine hebt nicht ab, sondern brettert dann einfach über die A5.

Vom Museum in Russland, in dem Kaya Yanar mit perfekt imitiertem Nonsens-Russisch der Wärterin antwortet oder dem Yogakurs seiner Freundin, in dem er den Namen der Yogastellung zum Anlass für einen Bollywood-Filmtanz nimmt, ist einfach alles zum Lachen.

Bei der Zugabe bedankt sich der sympathische Fast-44-Jährige dafür, dass sein Publikum die Live-Variante gewählt hat, anstatt sich vor den Fernseher zu setzen, und seine Fans antworteten mit langem Applaus.

Von Valerie Schaub

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