Erfahrung vor Publikum sammeln

Kein Ausfall in 15 Jahren: Offene Bühne von Kreuzberg on KulTour feiert Geburtstag

Dana Rotter und Klaus Wißmann vom Verein Kreuzberg on KulTour.
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Die beiden Macher der Offenen Bühne in Göttingen: Dana Rotter und Klaus Wißmann vom Verein Kreuzberg on KulTour.

Seit 15 Jahren bietet die Offene Bühne des Göttinger Vereins Kreuzberg on KulTour regionalen Künstlern und Musikern die Chance, Erfahrung vor Publikum zu sammeln.

Göttingen – Der Geburtstag wird in dieser Woche gefeiert. Im November hatte der Trägerverein der Veranstaltungsreihe den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement erhalten hat. Ursprünglich sollte zum 15. Geburtstag ein Fest steigen. Das soll aber nach der Corona-Krise im Garten der Dorfschänke Herberhausen nachgeholt werden.

Deshalb findet die Jubiläumsaktion mit zahlreichen Geburtstagsbeiträgen am Donnerstag, 14. Januar, um 21 Uhr auf dem YouTube-Kanal youtube.com/KreuzbergOnKulTour statt. Gleichzeitig wird der Abend als Stream auf Radio Leinewelle übertragen.

Immer am zweiten Donnerstag können Neulinge, oder alte Hasen, die einen neuen Song präsentieren möchten, die Offene Bühne stürmen: Das Format ist mehr als nur eine Auftrittsmöglichkeit – es dient auch dazu, sich untereinander zu vernetzen und bietet Raum für spontane Sessions oder Bandgründungen.

Blick auf die Offene Bühne in der Göttinger Diva Lounge: Dort können sich die Künstler und Musiker üblicherweise präsentieren.

In ihren 15 Jahren ist die Offene Bühne so zur mittlerweile ältesten Mitmachbühne Göttingens herangewachsen – und dabei kein einziges Mal ausgefallen, trotz ihrer turbulenten Geschichte, denn: Ein Zuhause, das von langer Dauer war, hatte die Offene Bühne aufgrund des massiven Spielstättensterbens in Göttingen nie. Gegründet von Jan Sperhake und Klaus Wißmann, hat alles 2006 mit der ersten Ausgabe und mehr als 120 Gästen im Café Kreuzberg angefangen.

Als der Veranstaltungsort 2009 seine Türen für immer schließen musste, ging es für einen einmaligen Zwischenstopp ins Salamanca, bevor das Cartoon bis zum Tod des damaligen Inhabers 2011 das neue Zuhause für das Format wurde. Aufgenommen wurde die heimatlose Offene Bühne damals in der Blooming Bar, die ebenfalls im Februar 2012 schließen musste.

„Wieder gingen wir mit der Offenen Bühne auf Wanderschaft“, erinnert sich Dana Rotter, die zweite Vorsitzende des Vereins. Es folgten Veranstaltungen in der Buddha Lounge, die 100. Offene Bühne im damals frisch renovierten Blue Note, das 2015 geschlossen wurde, Auftritte im Apex, im Freihafen/Eins B und der Umzug in die traditionsreiche Tangente 2017. Sie fiel dem Spielstättensterben Ende 2018 zum Opfer. Ihre neue und jetzige Heimat fand die Offene Bühne schließlich im Gewölbe der Diva Lounge, in die sie nach der Pandemie auch wieder zurückkehren möchte. (Anke Heidenreich)

HINTERGRUND: Für die Zeit nach der Pandemie ist die „Offene Bühne on tour“ in Planung

Um Spielstätten zu erhalten und Künstlern nachhaltig zu helfen, ist das neue Projekt „Offene Bühne on tour“ in Planung. Dabei soll die Offene Bühne an mehreren Abenden in verschiedene Lokalitäten Südniedersachsens verstärkt durch ortsansässige Künstler direkt zu den Menschen in die Region gebracht werden.

Bis zum Ende der Pandemie wird die Offene Bühne als Stream auf YouTube weitergeführt. Dort hat sie schon seit April vergangenen Jahres eine vorübergehende Heimat gefunden. „Als klar war, dass aufgrund der Coronapandemie alles abgesagt werden musste, waren wir einfach nur fassungslos und traurig: Erstmals drohte die Offene Bühne nun tatsächlich auszufallen! Dann wurden wir aber sehr schnell trotzig“, so Rotter.

„Wir haben also unsere großartige Community angeschrieben, innerhalb von drei Tagen 16 Videos erhalten und gingen anschließend Tag und Nacht in Produktion.“ Nicht zuletzt der Zusammenhalt dieser Community und der lange Atem der Offenen Bühne allen Schwierigkeiten der vergangenen 15 Jahre zum Trotz sind es auch, die den Verein hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lassen: „Wir sind deswegen auch zuversichtlich, dass wir gemeinsam einen Wiederaufbau der Kultur nach Ende der Pandemie meistern können.“

kreuzbergonkultour.jimdofree.com

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