Anwohner kämpfen gegen Baugebiet und für Biotop am Bismarckstein in Göttingen

Ein Naherholungsgebiet in der Nähe des Bismarcksteins: Anwohner wollen verhindern, dass hier ein Baugebiet entsteht. Foto: Kopietz

Göttingen. Ein Naherholungsgebiet östlich und oberhalb des Göttinger Bismarcksteins sowie unterhalb der Herzberger Landstraße soll nun doch nicht Bauland werden.

Dafür spricht sich eine Mehrheit des Bauausschusses aus. Die Anwohner kämpfen mit einer Petition für das Landschaftsschutzgebiet.

Im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans ist das 2,3 Hektar große Gelände, das entspricht der Fläche von etwa drei Fußballfeldern, noch als Reserve für die Wohnbebauung ausgewiesen. Dort könnten bis zu 60 Einzel- und Reihenhäuser entstehen. Das Gelände befindet sich im Eigentum des Göttinger Investors Kurth (u.a. Kaufpark Göttingen).

Gegen eine Ausweisung als Bauland wehren sich mittlerweile viele Anwohner aus dem Göttinger Osten und Nordosten seit Ende September mit einer Petition und einer Unterschriftensammlung.

Sie argumentieren auch, dass dort ein einzigartiges Biotop mit reichhaltiger Tier- und Pflanzenwelt entstanden sei. Der Bereich gehöre seit jeher zum Landschaftsschutzgebiet Leinetal. Weiteres Argument: Viele Biologiestudenten lernen die Pflanzenwelt Südniedersachsens in dem Naherholungsgebiet kennen.

Inzwischen gibt zur Petition 580 Zustimmungs-Unterschriften. Mehr als 200 haben sich online der Petition angeschlossen. Die Unterschriftenaktion läuft noch bis Mitte Februar.

Auch in der Sitzung des Bauausschusses setzten sich zahlreiche Anwohner aus den Straßen rund um den Bismarckstein und die Tresckow-Allee für den Erhalt des Naherholungsgebiets ein. Bauplätze würden den Verlust von Lebens- und Wohnqualität bedeuten, sagen sie. Außerdem müsste das Gebiet mit Straßen neu erschlossen werden, eine kleine Sackgasse könnte so zur Durchgangsstraße werden, fürchten Anwohner.

Gleich mehrere Fraktionen signalisierten im Bauausschuss, dass die 2,3 Hektar große Fläche nicht mehr Wohngebiet werden soll. Der neue Flächennutzungsplan soll vom Göttinger Rat im kommenden Jahr verabschiedet werden.

Gleichzeitig machte das Bauausschussmitglied Helmi Behbehani (SPD) deutlich, dass weiterhin dringend Flächen für die Wohnbebauung benötigt werden, damit junge Familien in die Stadt ziehen könnten. „Es ist gut, dass Göttingen grün ist“, sagte Behbehani. „Wir haben aber nicht mehr viel Fläche, wo wir bauen können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.